Musik

Künstler machen gegen Mehrwertsteuer mobil

Mehr als 1200 Künstler aus ganz Europa fordern von der EU eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Tonträger. Am 3. Juni soll eine von IFPI und Impala unterstützte Petition an die EU-Kommission überreicht werden.

Mehr als 1200 Künstler aus ganz Europa fordern von der EU eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Tonträger. Am 3. Juni soll eine von IFPI und Impala unterstützte Petition an die EU-Kommission überreicht werden. Darin bezeichnen Künstler wie Cecilia Bartoli, Andrea Bocelli, Stephan Eicher, Reinhard Goebel, Elton John, Tom Jones, Helmut Lotti, Anne-Sopie Mutter und Rolf Zuckowski die in Steuerfragen ungleiche Behandlung von Tonträgern und anderen kulturellen Erzeugnissen als Diskriminierung und fordern die EU auf, diesen Zustand zu beenden. Eine niedrigere Mehrwertsteuer auf CDs würde demnach den Zugang zur Musik erleichtern, die Kreativität in Europa stärken und einen Wirtschaftszweig mit europaweit mehr als 600.000 Beschäftigten stärken. Bei ihren Forderungen, die Zuckowski, Alex Callier und die belgische Band Hooverphonic kürzlich der Presse präsentierten, berufen sich die Künstler unter anderem auf Marktforschungsergebnisse der VAT-Coalition, nach denen durchschnittlich 60 Prozent aller Kunden bei einer deutlich geringeren Mehrwertsteuerrate mehr CDs kaufen würden. Die EU-Kommission will die sechste Mehrwerststeuerdirektive in den nächsten Wochen beraten, eine Empfehlung für einen geringeren Steuersatz auf CDs könnte demnach noch vor der Sommerpause ausgesprochen werden. Interessantes Detail: Während die Liste der Unterzeichner ein umfangreiches Who-is-Who von Künstlern aus Frankreich, Italien, Spanien und der Benelux-Region bildet, finden sich kaum deutschsprachige Acts. Die Unterschriftenliste einer französischen Kampagne kann derzeit aber noch ergänzt werden.

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