Musik

Kriegsfolgen: UK-Sender streichen Songs

Die Insel hört musikalischen Hurra-Patriotismus. Wie bereits beim ersten Golfkrieg haben britische Radio- und TV-Sender begonnen, auf düstere Songs zugunsten fröhlicher Lieder zu verzichten.

Die Insel hört musikalischen Hurra-Patriotismus. Wie bereits beim ersten Golfkrieg haben britische Radio- und TV-Sender begonnen, auf düstere Songs zugunsten fröhlicher Lieder zu verzichten. So berichtet die Londoner Zeitung „The Times“, dass vor allem kommerzielle Sender auf düstere Songs zugunsten positiver Lieder verzichten, um „die Zuhörer nicht aufzuregen und Werbekunden nicht zu vertreiben“. Und auch die BBC reagiert bei der Musikauswahl auf den Irak-Krieg. Rund um die Nachrichtenblöcke kommen „leichte, melodische Stücke“ zum Einsatz. Bei der Londoner MTV-Zentrale kursiert indes ein Memo vom Department Manager Mark Sunderland, in dem er empfiehlt, bestimmte Videos nicht mehr zu spielen. Als Kriterium für abzusetzende Videos gelten laut dem Memo Kriegsszenen, Soldaten und Raketen, die nicht in den Clips vorkommen dürften. Auch Worte wie „Bombe“ oder „Krieg“ sollten vermieden werden. Dies betrifft unter anderem Videos von Aerosmith, den B-52s, Eminem, U2, Bon Jovi, Radiohead und Iggy Pop. Auch das aktuelle Madonna-Video zu „American Life“, in der die Sängerin in Uniform auftritt, könnte von der Regelung betroffen sein. Allerdings hatte die Warner-Künstlerin zuletzt noch einige Änderungen am Schnitt des Clips vorgenommen, um ihn an die politische Entwicklung anzupassen.