“Eine ganze Reihe von Mitgliedern haben bereits einen Kopierschutz eingeführt oder testen ihn gerade“, erklärt Dr. Hartmut Spiesecke, Leiter Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesverband Phono. „Die Firmen gehen aber nicht konzertiert vor.“ In der Praxis bedeutet dies, dass sich künftig nahezu alle CDs nicht mehr in den CD-Rom-Laufwerken von PCs abspielen lassen – die Branche will so das am meisten verbreitete Kopieren per CD-Brenner unterbinden.
In Deutschland scheint Zomba derzeit die Nase vorn zu haben: Geschäftsführer Kurt Thielen kündigte an, dass bereits ab dem 23. Juli alle Zomba-Veröffentlichungen mit Kopierschutz versehen sein werden. Bei BMG befindet sich das Vorhaben noch in der Testphase, bis Ende des Jahres will man die Einführung bewerkstelligen.
Universal Music hat Ende Mai Tests gestartet und rüstet ab Herbst alle Polystar-Veröffentlichungen mit einem Schutz aus. Joachim Kirschstein, Managing Director der Polymedia Marketing Group, meint dazu: „Der Kopierschutz wird den Markt nicht stimulieren – das können nur spannende Inhalte – aber er wird unsere Künstler vor der stetig wachsenden Bedrohung durch massenhaftes illegales Kopieren bewahren.“
Auch edel music führt den Kopierschutz jetzt sukzessive ein und testet die Resonanz, wie Jörg Hahn, Geschäftsführer von optimal, erklärte. Von Warner Music Deutschland und von EMI Music lagen bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahmen vor.


