Die Bayerische Akademie der Schönen Künste hat am Donnerstagabend den britischen Komponisten Brian Ferneyhough mit dem mit 200.000 Euro dotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis geehrt. Die Wahl fiel auf den 64-Jährigen, da dieser nach Meinung der Jury „wie nur wenige die Ansätze, die von der Avantgarde in den 50er- und 60er-Jahren entwickelt wurden, in musikalischer und theoretischer Reflexion weitergetrieben“ habe. Außerdem habe der im englischen Coventry geborene Ferneyhough als Kompositionslehrer „ganze Generationen“ von Musikschaffenden geprägt. In seiner Lobesrede erinnerte der Musikwissenschaftler Ulrich Mosch daran, dass Ferneyhoughs Werke „vielfach Grenzregionen ausgelotet“ hätten.
Der an der kalifornischen Stanford University lehrende Künstler tritt somit in die Fußstapfen von Dirigent und Pianist Daniel Barenboim, der im letzten Jahr die renommierte Auszeichnung in Empfang nehmen durfte, die vielen als „Nobelpreis der Musik“ gilt. Ferneyhough, der sich bereits angesichts seiner Nominierung völlig überrascht gezeigt hatte, geht der Ruf voraus, maximale technische Spielanforderungen an die Interpreten seiner teils hoch komplexen Stücke zu stellen.
Im Rahmen der Preisverleihung in den Münchner Kammerspielen wurden Förderpreise in Höhe von insgesamt 1,8 Millionen Euro vergeben. Über diese konnten sich unter anderem die Donaueschinger Musiktage, das Lucerne Festival, die Münchner Biennale sowie das Münchner Kammerorchester und die Bamberger Symphoniker freuen. Sonderpreise gingen an die Musikwissenschaftler Heinz-Klaus Metzger, Rainer Riehn und den Pianisten Herbert Henck.



