Musik

Klingeltöne nerven auch weiterhin die Branche

Trotz einiger erfolgreich abgeschlossener Prozesse und der bevorstehenden GEMA-Mitgliederversammlung, die sich des Themas annehmen wird, lassen die Klingeltöne Musikverlage und Autoren noch nicht zu Ruhe kommen. musikwoche.de stellt in einem Special die Rechtslage, die Sicht der Verlage und ausgewählte Anbieter vor.

“In den vergangenen zwei Jahren erwirtschafteten die Anbieter eine Summe im sechsstelligen Bereich – und davon ist nur ein minimaler Betrag an die Verlage geflossen“, klagt Walter Holzbaur, Geschäftsführer der Wintrup Musikverlage, im Gespräch mit musikwoche.de. Zwar sei Wintrup einer der wenigen Verlage, an die überhaupt schon Gelder gegangen sind, aber angesichts der „exorbitanten Summen“, die von den Ringtones-Anbietern eingenommen worden seien, stehe ein Großteil der Beträge noch aus. „Die meisten kassierten Gelder sind sowieso mit den Firmen, die inzwischen einfach verschwunden sind, versickert. Und die großen Anbieter wie die Telekom sind Kolosse, die nur sehr langsam die Verträge umsetzen“, sagt Holzbaur.

„Unzufrieden“ zeigt er sich auch mit dem Status der GEMA, die zunächst nur ihren Inkasso-Abzug debattiert hätte, ohne über die nötigen Rechte zu verfügen. Seit dem 1. Januar dieses Jahres hat die GEMA allerdings ihr Entgeltschema geändert und die Mindestvergütung von vier Pfennigen auf zehn Cents je Klingelton erhöht. Die „Aufteilung der Erträge bei Ruftonmelodien“ steht als Bestandteil des neuen „Vorläufigen Verteilungsplan für den Nutzungsbereich Online“ auf der Tagesordnung der GEMA-Mitgliederversammlung, die am 25. und 26. Juni in Berlin tagt.

Besondere Verdienste im Kampf für die Rechte der Urheber und Verlage habe sich der Rechtsanwalt Jens Schippmann mit seiner „Pionierarbeit“ erworben, lobt Holzbaur. , der vor Gericht einen Mustervertrag durchsetzte und auch dahingehend auf die GEMA einwirkte, dass sie beim Streit um die Klingelton-Abrechnung den Dialog mit den Verlagen intensivierte. Für die Verlegerseite rechnet Peter Ende, Geschäftsführer von EMI Music Publishing, konkret vor, wie sich die Einnahmen auf Verlag und Autor verteilen. Holzbaur kritisiert, dass GEMA und DMV zu langsam reagiert haben und angesichts des kommenden mobilen Internets auch derzeit „zu langsam reagieren. Denn die Problematik kommt wieder und wieder auf uns zu.“