Im Alter von 64 Jahren ist DDR-Rocklegende Klaus Renft an Krebs gestorben. Seine Klaus Renft Combo, auch bekannt als Renft, verkaufte in den 70er-Jahren von ihren beiden Alben jeweils Hunderttausende Exemplare in Ostdeutschland. Zu ihren größten Hits zählten Stücke wie „Nach der Schlacht“, „Als wie ich ein Vogel war“, und „Wer die Rose ehrt“. Die Band trat auch häufiger im DDR-Fernsehen auf und wurde 1973 von der FDJ zu den Weltjugendspielen in Berlin eingeladen. Die zunehmend systemkritischen Texte des Bandmitglieds Gerulf Pannach entwickelten sich zum Dorn im Auge der DDR-Führung. Im September 1975 wurde Renft die Spielerlaubnis entzogen, was einem Berufsverbot gleichkam.
Bandgründer und Namensgeber Klaus Renft war zu dieser Zeit innerhalb der Gruppe bereits ins Abseits geraten. Der Bassist war gegen die stetige Politisierung der Texte eingetreten und musste innerhalb der Band auch die musikalische Leitung an Thomas „Monster“ Schoppe abgeben.
Nach dem Verbot der Formation siedelte Klaus Renft nach Westberlin über, wo er zunächst für den RIAS arbeitete und anschließend am Renaissance-Theater als Inspizient und Tonmeister tätig war. Im Jahr 1990 formierte sich die Klaus Renft Combo neu für eine Reunion-Tournee durch die kurz vor der Auflösung stehende DDR. 1999 veröffentlichte sie ihr drittes Album, „Als ob nichts gewesen wär“, auf dem Klaus Renft auch erstmals bei einigen Titeln als Sänger fungierte. Eine weitere ausgedehnte Tour folgte. Der Bandgründer, der mit bürgerlichem Namen Klaus Jentzsch hieß und in den 60er-Jahren auch mit der Beatcombo The Butlers Erfolge verzeichnete, verfasste 1997 eine Autobiografie mit dem Titel „Zwischen Liebe und Zorn“.

