Den britischen Klassikspezialisten von Hyperion Records droht nach einem verlorenen Gerichtsstreit und anstehenden Forderungen in Höhe von rund 950.000 Pfund oder umgerechnet fast 1,4 Mio. Euro das finanzielle Aus. Wie Hyperion-Chef Simon Perry dem britischen „Guardian“ erläuterte, entspricht diese Summe etwa dem Betrag, den das Label pro Jahr in neue Aufnahmen investiert.
Zum Streit kam es, nachdem das Label Werke des französischen Barockkomponisten Michel-Richard de Lalande zur Überarbeitung an den Lalande-Experten Lionel Sawkins gab. Dieser machte nach Erscheinen des Werks im Jahr 2001 seine Tätigkeit offenbar als kompositorische Neuschöpfung geltend, forderte entsprechende Tantiemenzahlungen ein und bekam damit nun auch im Berufungsverfahren recht.
„Was hier passiert ist kann man nur damit vergleichen, dass ein bislang unbekanntes Shakespeare-Werk gefunden und um ein paar Tippfehler und andere Kleinigkeiten bereinigt wird. Das korrigierte Werk wäre dann plötzlich ein neues Stück und keines mehr von Shakespeare“, beschwert sich Perry gegenüber dem „Guardian“. Perry hatte das im Jahr 1980 von seinem Vater Ted Perry gegründete Label nach dessen Tod im Jahr 2003 weitergeführt und beschäftigt heute am Firmensitz in der Nähe Londons zwölf Mitarbeiter.


