Musik

Klasse statt Masse

Dependent

“Unsere Labelarbeit war und ist davon geprägt, auch für kleinere Independentbands klassisches Artist Development zu machen. Wir betreiben auch mit Newcomerbands konzentrierte Promotionarbeit in den Sektoren Presse, Club und vor allem Liveperformances“, beschreibt Inhaber Stefan Herwig die Philosophie seines Labels Dependent. Das 1998 von Herwig zusammen mit vier Bands gegründete Label kann mit diesem Ansatz auf beachtliche Erfolge zurückblicken: So platzierten sich die Bands Covenant und VNV Nation unter der Ägide von Dependent in den Charts und definierten mit ihrem Futurepop zugleich ein neues Segment elektronischer Musik. Aktuell gelang es den Gelsenkirchenern, den Newcomer-Act Sulpher als Vorgruppe auf der jüngsten Tour der Gothic-Heroen Sisters Of Mercy unterzubringen. „Auch im Gothic Bereich gibt es einen Massengeschmack, und wir versuchen meist, diesen selbst zu prägen anstatt ihm hinterher zu laufen“, erläutert der Labelchef die A&R-Politik seiner Firma.

Die Spannweite der Dependent-Acts reicht heute von Minimal-EBM über Electropunk und Futurepop bis hin zu Industrialmetal. Dass aber nicht die Qualität alleine kaufentscheidend ist, hat Herwig erkannt: „Wir haben nach unserem Vertriebswechsel zu Alive unseren Katalog zu leicht gesenkten Abgabepreisen wieder angeboten. Die CD muss wieder unter die psychologisch wichtige Grenze von 15 Euro, dann stimmen auch die Stückzahlen wieder einigermaßen.“ Das Nischendasein des Gothic/ EBM-Genres sieht Dependent dagegen eher als einen Vorteil an: „Jahrelang haben wir uns darüber geärgert, von Radio, Viva und MTV ignoriert zu werden, mittlerweile sind wir froh darüber.

Die Majors haben die Gesetze dieser Musikszene nicht verstanden und deswegen fallen sie auch der Reihe nach mit vielen ihrer großen Indie-Themen durch. Die Krise des Majormarkts ist nur zu einem kleinen Teil bis zu uns durchgeschlagen.“ Die nächsten Erfolge sind mit den Releases von „Axis Of Evil“, dem neuen Album von Suicide Commando, im September und „Hex Angels“ von Velvet Acid Christ im August jedenfalls schon vorprogrammiert.