Musik

Kirche entdeckt Klingeltöne als Marktlücke

Die St.-Petri-Gemeinde in Hamburg bietet ab sofort populäre Kirchenlieder als Klingeltöne für Mobile Devices an.

Die Hamburger St.-Petri-Gemeinde und der Hamburger Orgelbauverein wollen mit ihrem Internetangebot www.petriklingel.de in eine Marktlücke vorstoßen: Unter dem Motto „Wir bringen die Orgel aufs Handy“ können sich Besucher des Portals beliebte Kirchenlieder wie „Lobet den Herrn“ oder „Nun singet und seid froh“ als poly- oder monophonen Klingelton auf ihr Mobiltelefon laden. Dies teilte die Gemeinde am Donnerstag mit. Pro Klingeltondownload werden 1,99 Euro fällig, die direkt der Renovierung der Orgel der evangelischen St.-Petri-Kirche zugute kommen sollen.

Die Mitglieder des Orgelbauvereins waren nach eigenen Angaben überrascht, dass die Klingeltonunternehmen kein Angebot an die Handybesitzer unter den durchschnittlich sechs Mio. sonntäglichen Kirchgängern richten. „Kirchenlieder passen den Klingeltonanbietern wohl nicht ins Konzept. Sie waren an unserer Idee nicht interessiert und setzen lieber konsequent auf Kurzlebigkeit und häufigen Wechsel. Wir bieten Melodien, die schon seit Jahrhunderten populär sind“, sagte Thomas Dahl, erster Kirchenmusiker von St. Petri und Gründer des Orgelbauvereins.