Auf der neuen CD „Cinema Do Mar“ (Sony Classical) kredenzt der im galizischen Vigo lebende Musiker Filmmusikmelodien von Nino Rota („Der Pate“) oder Ennio Morricone („Mission“) sowie klassische Kompositionen, die in Kinofilmen Verwendung fanden, im keltischen Gewand.
„Wir haben ungefähr 100 Stücke für das Album probiert. Ausgewählt haben wir nur Aufnahmen, von denen wir dachten, dass wir damit etwas wirklich Neues geschaffen haben“, erklärt Carlos Núñez. Hierzu zählt eine Fassung des „Bolero“ von Maurice Ravel – ein Stück, das der als „Jimi Hendrix des galizischen Dudelsacks“ apostrophierte Virtuose schon lange als Herausforderung für sein Lieblingsinstrument ansah.
Musik verbindet
Außerdem gibt es auf „Cinema Do Mar“ neue Einspielungen aus dem Soundtrack zu dem mit einem Oscar ausgezeichneten Drama „Das Meer in mir, den Núñez in enger Kooperation mit Regisseur und Score-Komponist Alejandro Amenábar aufgenommen hat.
Verbindungslinien zwischen Stilrichtungen und Regionen aufzuspüren, musikalische Grenzen zu überschreiten und „mich mit jedem Album auf andere Art auszudrücken“ – das sind die Triebfedern des Musikers. In pankeltischer Tradition schlägt er Brücken von Galizien in die Bretagne, nach Irland und Schottland. Aber auch nach Lateinamerika führt die Reise, wo galizische Auswanderer ihre Musik mit Latino-Rhythmen verschmolzen.
Viel beschäftigt
Auch das erforscht Núñez und nimmt es in seine eigene Arbeit auf – wie er es als Ko-Produzent des mit einem Grammy bedachten Albums „Santiago“ von den Chieftains tat – der befreundeten irischen Band, mit der er im vergangenen Jahr auf Konzertreise in den USA war.
„Ich liebe die Arbeit mit unterschiedlichsten Musikern, weil man dadurch enorm viel lernen kann. Ich experimentiere mit allem“, bekräftigt Núñez, der in Spanien regelmäßig Gold und Platin abräumt. Er arbeitet mit den Cracks des Celtic Folk und mit Größen des Flamenco oder anderer Weltmusikgenres, er machte Plattenaufnahmen mit Operndiva Montserrat Caballé und mit Popgrößen wie Supertramp-Sänger Roy Hodgson oder Sinéad O’Connor.
Am 18. Januar startet er seine erste eigene Deutschland-Tour mit Veranstalter Magnetic Music, für die er auch deutsche Dudelsackspieler als Verstärkung auf die Bühne holen will. Geplant ist ein Filmdokument fürs Kino und als DVD über den umtriebigen Kosmopoliten, der „rund um den Globus 100 bis 150 Konzerte pro Jahr“ gibt.



