Sein erstes Album für die vom englischen Label BBE ins Leben gerufene Reihe „Beat Generation“ zeigt, dass King Britt auch im HipHop-Bereich zu den experimentierfreudigsten Produzenten zählt. Statt sich auf bekannte Namen zu verlassen, setzt er bei den 22 Tracks vor allem auf neue Talente wie Dice Raw, Cherrywine, Ivana Santilli und Mosez Gunn oder nur in Underground-Kreisen bekannte Künstler wie Bahamadia oder Capitol A. „Es wäre ein Leichtes gewesen“, erklärt King Britt im Gespräch mit musikwoche.de, „sich ein paar bekanntere Namen zu besorgen. Aber warum sollte ich das tun? Es gibt so viele Talente, die nur darauf warten, endlich einmal eine Chance zu bekommen.“ Auch musikalisch überzeugt er mit ausgefeilten Beats, trickreich inszenierten Grooves und dezent eingesetzten Elektronik-Sounds. Keine Mischung, mit der man auf Anhieb die Hitparaden erobern wird, aber dieses Ziel steuert King Britt mit „Adventures In Lo-Fi“ (Bestellnummer 387.6013.2, VÖ: 17. März) auch nicht an.
„Auch wenn die Platte nicht so klingt, ist sie doch zum großen Teil auf meinem Laptop entstanden. Inzwischen sind die Produktionsmethoden so weit gereift, dass eigentlich jeder ohne besonders hohe finanzielle Aufwendungen Musik aufnehmen kann. Ich möchte meine künstlerische Unabhängigkeit bewahren. Das ist auch der Grund, warum ich dem Blacktronic-Movement von Charlie Dark (Attica Blues) beigetreten bin. Genau solche Zusammenschlüsse sind es, die die Musik, unabhängig von ihrer Vermarktungsform, voranbringen. Autarke Netzwerke, in denen man sich gegenseitig unterstützt. Und in gewisser Weise ist ‚Adventures In Lo-Fi‘ für mich ein erster Schritt auf diesem Weg.“
King Britt gewährt seinen Gästen den größtmöglichen musikalischen Freiraum. Und diesen nutzen Rapper wie Rich Medina mit Songs wie „Planetary Analysis“ und „A Foreigner No Longer“ auf denkbar beste Weise. „Neben Jazz-Musikern wie Herbie Hancock haben mich Bands wie Kraftwerk, Depeche Mode und Front 242 begeistert.“ Vielleicht liegt es an den eher untypischen Vorbildern, warum King Britt heute so befreit von Konventionen arbeiten kann. Den Respekt gegenüber seinen Kollegen hat er dabei nicht verloren. „Ich bewundere die Arbeit von Produzenten wie Pete Rock und Jay Dee. Als mich die Leute von BBE fragten, ob ich ein Album für die,Beat Generation‘-Serie beisteuern will, war mir klar, dass ich, um da mitzuhalten, mein Bestes geben muss.“



