Musik

Kevin Coyne gestorben

Der britische Rockpoet Kevin Coyne, der seit rund zwei Jahrzehnten in Nürnberg lebte, ist im Alter von 60 Jahren gestorben.

Der britische Rockpoet Kevin Coyne, der seit rund zwei Jahrzehnten in Nürnberg lebte, ist im Alter von 60 Jahren gestorben.

Der 1944 in Derby geborene Coyne besang in seinen engagierten Songs, die er auf über 30 Alben veröffentlichte, vornehmlich die Armen, Ausgestoßenen und Vergessenen der Gesellschaft. Auch er selbst blieb im Musikbusiness ein Außenseiter, der nie irgendwelchen Trends folgte, sondern konsequent seinen Weg beschritt und mit prägnanter, rauer Stimme seine Songs zwischen Rock, Folk und Blues vortrug.

Trotz einiger kommerzieller Erfolge in den 70er Jahren und Unterstützung von der Musikkritik blieb Coyne der große Durchbruch verwehrt. Seine Karriere startete er Ende der 60er Jahre in der Band Siren auf dem Label Dandelion von John Peel. Als Solist zählte er 1973 zu den ersten Vertragskünstlern von Virgin Records. Nach schwierigen Jahren Anfang der Achtziger, die von Misserfolgen, Depressionen, einem Nervenzusammenbruch, Alkoholproblemen und der Scheidung seiner Ehe gekennzeichnet waren, fand er in Nürnberg schließlich eine neue Liebe und eine neue Heimat. Coyne war auch ein talentierter Schriftsteller und Maler. 1992 veröffentlichte er in einer limitierten Auflage die CD „Burning Head“ jeweils mit einem Coyne-Original-Bild als Beigabe. Die Schallplattenseite der „Süddeutschen Zeitung“ bebilderte Coyne zuletzt regelmäßig mit Zeichnungen. Die letzten Alben des früheren Sozialarbeiters erschienen bei Ruf Records im Vertrieb von in-akustik.