Musik

Keine Stadiontouren im US-Konzertsommer

Ein auffälliger Aspekt des generell eher flauen Tourneesommers 2004 in den USA ist das völlige Fehlen flächendeckender Stadiontourneen im Veranstaltungskalender.

Ein auffälliger Aspekt des eher flauen Tourneesommers 2004 in den USA ist das völlige Fehlen flächendeckender Stadiontourneen im Veranstaltungskalender. In der Tat datiert die letzte große Stadiontournee eines einzelnen Pop-Acts „von Küste zu Küste“ aus dem Jahr 2001, als die Boygroup ‚N Sync auf ihrer „Pop Odyssey“-Tour mehr als 90 Mio. Dollar an Bruttoeinnahmen generierte. Doch gelten solche landesweiten Stadionkonzertreisen mittlerweile als schwer zu kalkulierendes Risiko. So nahmen Metallica 2003 mit Linkin Park und Limp Bizkit weitere massenattraktive Bands an Bord ihrer „Summer Sanitarium Tour“. Auch Bruce Springsteen ging im Vorjahr auf Nummer sicher und beschränkte sich weitgehend auf Stadiongigs in seinem Heimatstaat New Jersey. „Stadion-Tourneen müssen zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Act und an den richtigen Orten passieren“, bekräftigt Chip Hooper von der Konzertagentur Monterey Peninsula Artists im US-Magazin „Hollywood Reporter“. „Du willst als Veranstalter sicher sein, dass Du Deine Tickets absetzen kannst, unabhängig von der Größe des Veranstaltungsortes. In einem Stadion sind das 45.000 Karten und mehr – und das ist ein großes Unterfangen“, so Hooper weiter. Brad Wavra, Vice President Touring für Clear Channel Entertainment betont, dass es für Veranstalter günstiger sei, ihre Stars gegebenenfalls mehrmals in einer großen Halle oder einem Amphitheater zu buchen: „Eine Stadionshow zu produzieren kostet um die 800.000 Dollar, eine Hallen-Show in Top-Märkten wie Boston, Philadelphia oder Washington D.C. liegt bei 250.000 bis 300.000 Dollar.“ Zudem stelle sich laut Wavra oft nicht die Frage, ob eine Band „eine Stadionshow spielen kann, sondern ob sie es es will. Es ist nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ästhetische Entscheidung – und es hängt zudem ab, in welchem Zeitfenster ein Act touren will.“ Für 2005 stehen US-Tourneen von U2, den Rolling Stones, Paul McCartney und den Backstreet Boys an. Branchenkenner halten es selbst bei diesen stadionerprobten Größen für fraglich, ob wenigstens einer dieser Top-Acts eine landesweite Stadion-Tour wagt.

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