Vor wenigen Tagen wollte Großbritanniens größter Konzertveranstalter die Weichen für eine neue Zukunft stellen. Nun stoppt die Mean Fiddler Group ihren Strategiewechsel und bläst alle Pläne für Aktienemissionen, Übernahmen und Managementwechsel ab. Anstatt seinen 35-prozentigen Firmenanteil zu verkaufen, den Posten als Chairman aufzugeben und Mean Fiddler die monegassische IT-Firma Media Internet Telecom (MIT) übernehmen zu lassen, vollzieht Unternehmensgründer Vince Power eine Kehrtwende und kündigt an, dass alles so bleibt, wie es war.
Der als CEO vorgesehene Dean James verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, der zum Chairman auserkorene MIT-Besitzer Richard Clingen bleibt in Monaco und die Neuemission von Mean-Fiddler-Aktien, die geplant war, um den Kauf von MIT zu finanzieren, fällt ins Wasser. An der Londoner Börse verursachte dieser Richtungswechsel einen Kurseinbruch um rund 20 Prozent. Zuvor hatte der angekündigte erste Strategiewechsel die Mean-Fiddler-Papiere um elf Prozent steigen lassen.
MIT sollte für 5,7 Mio. Pfund oder rund 8,25 Mio. Euro an Mean Fiddler gehen, um dort das Downloadgeschäft voranzutreiben. MIT ist seit März Partner des Konzertveranstalters im Downloadvertrieb. Gemeinsam bietet man bereits jetzt Live-Tracks der Künstler an, die bei Mean-Fiddler-Konzerten auftreten. Dieser Bereich sollte forciert werden. Daraus wird nun nichts, wenngleich es gerüchteweise heißt, dass der Deal womöglich in zwei bis drei Monaten doch noch über die Bühne gehen wird. Allerdings gilt der geschasste Dean James als Architekt des Umstrukturierungsplans. Über die Gründe für seinen Abgang wurde nichts bekannt. Inoffiziell heißt es, James habe sich mit dem restlichen Management zerstritten.




