Musik

Kazaa steht in Australien vor Gericht

Die Firma Sharman Networks, die durch den Vertrieb der P2P-Anwendung Kazaa bekannt wurde, muss sich in Australien vor Gericht verantworten. Der scheidende IFPI-Cheflobbyist Jay Berman begrüßt den Beginn der Beweisaufnahme.

Am heutigen 29. November geht der Kampf Musikbranche gegen P2P in eine neue Runde. Die Firma Sharman Networks, die durch den Vertrieb der P2P-Anwendung Kazaa bekannt wurde, muss sich in Australien vor Gericht verantworten. Diverse Labels versuchen nachzuweisen, Sharman und Kazaa hätten es wissentlich zugelassen, dass Kazaa-Nutzer urheberrechtlich geschütztes Material tauschen.

Laut Michael Speck von der australischen Branchenvereinigung Music Industry Piracy Investigations, die seit Monaten im Fall Kazaa Beweise sammelte, gehe es den Klägern nicht um eine Schließung des Unternehmens, vielmehr solle verfügt werden, dass mit Kazaa keine Urheberrechte mehr verletzt werden. Zudem soll über die Möglichkeit von Schadensersatz für die betroffenen Plattenfirmen befunden werden. Zu den Klägern zählen neben den vier Major-Konzernen auch 25 andere Plattenfirmen aus Europa, Nordamerika und Australien. Unter Anklage stehen neben Sharman auch LEF Interactive, Altnet, Brilliant Digital Entertainment, die Sharman-Chefin Nicola Hemming, Altnet-CEO Kevin Bermeister und zwei Technologievorstände der Unternehmen. In Sidney begann heute die Beweisaufnahme, Beobachter rechnen mit einer dreiwöchigen Prozessdauer. Ein Urteil wird erst im nächsten Jahr erwartet.

Der scheidende IFPI-Cheflobbyist Jay Berman kündigte an, den Fall genau verfolgen zu wollen. Die Kazaa-Betreiber würden in den Augen der IFPI Urheberrechtsverletzungen im großen Stil begehen, ihre Nutzer falsch informieren und den Rechteinhabern bewusst Schaden zufügen.

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