Die Mitarbeiter des KaZaA-Vertriebs Sharman Networks halten nicht viel vom eigenen Produkt. Laut einem internen Bericht „hassen“ es viele Sharman-Kollegen und Mitarbeiter von Partnerfirmen, die KaZaA-Software auf ihren Rechnern zu installieren. Zu viel Adware tue dem Computer nicht gut und verleide einem das Surfen, so die Erkenntnis von Sharmans Technologievorstand Phil Morle. Der CTO, der bereits im vergangenen Herbst eine tragende Rolle im Prozess gegen sein Unternehmen spielte, hatte seine Vorstandskollegen schon vor Monaten in seiner Nabelschau davor gewarnt, KaZaA zu überfrachten. Man müsse vorsichtig sein und nicht ständig neue Softwarekomponenten über den KaZaA-Client auf die Rechner der Nutzer laden.
In dem Dokument, das Richter Murray Wilcox kürzlich öffentlich gemacht hat, spricht Morle auch davon, dass die Menge an Adware, die P2P-Nutzer nolens volens über KaZaA erhielten, die Leistungsfähigkeit der Computer beeinträchtigen könne. Genau das hatte Sharman aber im derzeit ruhenden Prozess gegen die Musikbranche immer bestritten. Die Verhandlung in Sydney soll am 22. März wieder aufgenommen werden.



