Als erstes Orchester erhalten die Berliner Philharmoniker den Europäischen Medienpreis, die Karlsmedaille. Die Preisvergabe an das von Sir Simon Rattle geleitete Orchester geht am 4. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses über die Bühne.
Die Auszeichnung soll das Engagement des als Stiftung organisierten Orchesters für Kinder und Jugendliche würdigen, so das Kuratorium des Vereins Medaille Charlemagne pour les Medias Européens. Wie die Vereinsvorsitzende, Frauke Gerlach, betont, soll die Medaille jeden einzelnen Musiker des weltberühmten Ensembles ehren: „Sie arbeiten in ihrer Freizeit mit Kindern und Jugendlichen in Berlin, London, Paris und anderswo in sozialen Brennpunkten unter Überwindung sozialer und kultureller Schranken.“ Pamela Rosenberg, die Intendantin der Berliner Philharmoniker, zeigte sich hoch erfreut über die Auszeichnung und erklärt in einer Stellungnahme, dass die Orchestermitglieder mit ihrem Engagement Denkanstöße geben wollen angesichts des Verschwindens der musischen Fächer aus dem Schulunterricht und der Schließung von Musikschulen.
Mit ihren sogenannten „Education-Projekten“ versuchen die Berliner Philharmoniker seit fünf Jahren, gezielt junge Menschen zur klassichen Musik hinzuführen. Die Projekte finden in Deutschland sowie in Verbindung mit Gastauftritten des Orchesters im Ausland statt. Dies geschieht mit direktem Bezug zu den dort aufgeführten Werken, zu denen die Jugendlichen in sechswöchigen Blöcken selbst Musik komponieren, Geschichten erfinden, Kostüme gestalten oder Bilder malen. Laut Orchestervorstand Jan Diesselhorst beteiligen sich mittlerweile 80 Prozent der 129 Orchestermitglieder aus 18 Nationen an diesen Projekten.
Die Karlsmedaille würdigt seit dem Jahr 2000 europäisches Engagement im Medienbereich. Zu den bisherigen Preisträgern gehören WDR-Intendant Fritz Pleitgen, der niederländische Romancier Cees Noteboom, der französische Filmregisseur Jean-Jacques Annaud und die polnische Schauspielerin Krystyna Janda.



