Musik

Kanadisches Gericht lehnt Klagen gegen Filesharer ab

Der kanadische Phonoverband CRIA muss eine juristische Niederlage im Kampf gegen Tauschbörsennutzer hinnehmen. Ein Federal Court in Toronto entschied, dass Internetprovider keine Kundendaten von potenziellen illegalen Filesharern preisgeben müssen.

Der kanadische Phonoverband CRIA muss eine juristische Niederlage im Kampf gegen Tauschbörsennutzer hinnehmen. Ein Federal Court in Toronto entschied, dass Internetprovider keine Namen und Adressen von potenziellen illegalen Filesharern preisgeben müssen. Die CRIA hatte von fünf Internet Service Providern die Herausgabe von Kundendaten eingefordert, um anschließend direkt gegen 29 Uploader klagen zu können. Nach Ansicht von Richter Konrad von Finckenstein könne der Phonoverband den 29 Personen keine Urheberrechtsverletzungen nachweisen. Einen Song downzuloaden oder in File-Sharing-Diensten zugänglich zu machen begründe nach derzeitiger kanadischer Rechtslage keine Verletzung des Copyrights, so der Richter. Er vergleicht in seinem Urteil den Musikdownload aus P2P-Angeboten mit Kopiervorgängen in Bibliotheken. „Ich sehe keinen wirklichen Unterschied zwischen einer Bibliothek, wo Fotokopierer in einem Raum gefüllt mit urheberrechtsgeschütztem Material zur Verfügung stehen, und einem Computernutzer, der seine persönlichen Dateien in einer gemeinschaftlichen P2P-Plattform platziert“, meint von Finckenstein. Ein Anwalt des kanadischen Phonoverbandes kündigte Widerspruch gegen das Urteil an und forderte zugleich den Gesetzgeber des Landes auf, das Recht an den technologischen Wandel anzupassen.

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