Musik

Kanadische Musikindustrie geht in Berufung

Der kanadische Phonoverband CRIA hat Widerspruch gegen den Ende März ergangenen Richterspruch eingelegt, wonach Internetprovider keine Namen und Adressen von potenziellen illegalen Filesharern preisgeben müssen.

Der kanadische Phonoverband CRIA hat Widerspruch gegen den Ende März ergangenen Richterspruch eingelegt, wonach Internetprovider keine Namen und Adressen von potenziellen illegalen Filesharern preisgeben müssen. Wie CRIAs Rechtsvertreter Richard Pfohl erklärte, untersage das derzeit gültige kanadische Urheberrecht „eindeutig“ das Kopieren und Downloaden von Musik aus dem Internet. Das Gesetz erlaube es den Menschen nicht, so Pfohl, „hunderte oder tausende von Kopien anzufertigen und sie im weltweiten Onlinevertrieb Millionen fremder Personen zur Verfügung zu stellen.“ Richter Konrad von Finckenstein hatte in seiner Entscheidung das Gegenteil festgestellt. Demnach könnten weder Up- noch Downloadern Urheberrechtsverletzungen nachgewiesen werden. Aus diesem Grund verweigerte das Gericht der CRIA die Herausgabe von Kundendaten, die der Verband von fünf Internet Service Providern einfordern wollte, um anschließend direkt gegen 29 Filesharer klagen zu können. Der kanadische Musikmarkt gehört zu den am härtesten von der weltweiten Tonträgerkrise betroffenen. Seit 1999 sanken die Umsätze um mehr als 425 Mio. Dollar; in den vergangenen zwölf Monaten baute die Branche knapp 20 Prozent ihres Personals ab.

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