Musik

Kanadische Musiker rebellieren gegen Branchenverband

Nach dem Ausstieg von sechs Indielabels aus dem kanadischen Tonträgerverband erhält die CRIA nun zusätzlichen Gegenwind. Eine Reihe namhafter Musiker des Landes hat eine Vereinigung gegründet, die sich gegen wesentliche Positionen der Branche stellt.

Nach dem Ausstieg von sechs Independentlabels aus dem kanadischen Tonträgerverband vor fünf Wochen erhält die CRIA (Canadian Recording Industry Association) nun zusätzlichen Gegenwind. Eine Reihe namhafter Musiker des Landes hat eine Vereinigung gegründet, die sich gegen wesentliche Positionen der Branche stellt. Die Canadian Music Creators Coalition (CMCC) kann als Gründungsmitglieder u.a. die Barenaked Ladies, Sarah McLachlan, Avril Lavigne, Sum 41, Stars und Broken Social Scene vorweisen.

In einer gemeinsamen Erklärung sagten die Musiker: „Plattenfirmen und Musikverleger sind nicht unsere Gegner. Aber die Lobbyisten der Branche kümmern sich in erster Linie um die Interessen der Shareholder von Majorlabels. Und sie sprechen eher selten für kanadische Künstler.“ Vor allem die Positionen der CRIA in drei Kernfragen stoßen den Mitgliedern der Musikerkoalition sauer auf: Die Klagen gegen Filesharer bezeichnen sie als „destruktiv und scheinheilig“ und den Einsatz von DRM finden sie „riskant und kontraproduktiv“. Zudem sollten die geplanten Reformen beim kanadischen Urheberrecht im Sinne der Künstler erfolgen und sich nicht ausschließlich nach den Bedürfnissen der Plattenfirmen richten.

Die CMCC plädiert darüber hinaus für ein „starkes Bekenntnis zu Initiativen“, die den Nachwuchs des Landes fördern, und für eine „unkonventionelle Herangehensweise an die Urheberrechtsreform“. Die Initiative der Musiker trägt die deutliche Handschrift des Labels Nettwerk, das auch eine der sechs Firmen ist, die aus der CRIA ausgetreten waren und dessen Chef Terry McBride sich wiederholt gegen die juristische Kampagne gegen Filesharer ausgesprochen hatte.

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