Mitten hinein in den kanadischen Wahlkampf wiederholt die Musikbranche des Landes altbekannte Forderungen nach einem verschärften Urheberrecht. Der Branchenverband CRIA führt nun eine Studie ins Feld, wonach die Mehrheit der Kanadier dieses Ansinnen unterstützt. Laut einer Umfrage des Instituts Pollara sind 91 Prozent für den Schutz der Rechte von Autoren und Komponisten. „Die Kanadier verstehen sehr wohl, dass Musiker und andere Künstler durch illegales Filesharing geschädigt werden und einen besseren Schutz ihrer Rechte verdient hätten“, erklärte CRIA-President Graham Henderson.
Die Tonträgerbranche versucht derzeit, dieses Thema im Wahlkampf zu forcieren. Am 23. Januar wählen die Kanadier eine neue Regierung und nach Ansicht der CRIA ist der Urheberschutz bei der Wahlentscheidung auch von Belang. 32 Prozent der Befragten hatten bei der Pollara-Studie erklärt, eher für eine Partei stimmen zu wollen, die sich für den Erhalt der heimischen Kultur und strengere Gesetze gegen Filesharing einsetze. Bei der Politik stoße er mit seinem Anliegen inzwischen auf offene Ohren, so Henderson, doch die Bürokraten in der Hauptstadt sträubten sich noch gegen striktere Rahmenbedingungen.
Die Umfrageergebnisse sollten einige nun zum Umdenken bewegen, findet Henderson. „Bei uns tut freilich niemand so, als stünden unsere Interessen auf einer Stufe mit den Fragen zum Gesundheitssystem oder anderen Schwerpunktthemen, aber ab einem gewissen Punkt muss man auch mal über die Kultur reden. Wir leben da nämlich in einem rechtsfreien Raum.“


