Musik

Kanadas Branche hofft auf Durchbruch vor Gericht

Die kanadische Musikindustrie hofft, in dem heute beginnenden Revisionsverfahren gegen diverse Internet Service Provider einen Schritt weiter im Kampf gegen die Piraterie in Filesharing-Netzwerken zu kommen. Sollte man erneut unterliegen, fürchtet der Branchenverband des Landes weitere Schäden in Millionenhöhe.

Die kanadische Musikindustrie hofft, in dem am heutigen 20. April beginnenden Revisionsverfahren gegen diverse Internet Service Provider einen Schritt weiter im Kampf gegen die Piraterie in Filesharing-Netzwerken zu kommen. Sollte man erneut unterliegen, fürchtet der Branchenverband CRIA weitere Schäden für die lokale Musikwirtschaft: „Wenn wir keinen Erfolg haben, würde es uns Millionen kosten und zu einem erneuten Verlust von Arbeitsplätzen kommen“, erklärte CRIA-President Graham Henderson im Vorfeld des Prozesses.

Vor einem Bundesgericht in Toronto versucht sich die CRIA das Recht zu erstreiten, ISPs zur Herausgabe von Nutzerdaten zwingen zu dürfen, wenn sie hinter der IP-Adresse eines Users einen Uploader vermuten. Im April 2004 hatte eine niedere Instanz entschieden, dass ISPs keine Namen und Adressen von potenziellen illegalen Filesharern preisgeben müssen. Die CRIA argumentiert, seit diesem Urteil seien in Kanada mindestens 134 Mio. Musikdateien pro Monat in P2P-Netzen getauscht worden.

Seit dem Jahr 1999 sanken die Handelsumsätze der kanadischen Branche um 465 Mio. Dollar (287 Mio. Euro). Infolgedessen hätten die Plattenfirmen in Kanada etwa ein Viertel ihrer Mitarbeiter entlassen müssen. Ein Urteil wird nicht vor August erwartet. In der Zwischenzeit hat die CRIA ihre Lobbyarbeit bei der kanadischen Bundesregierung intensiviert. Sie drängt auf eine Modernisierung des Urheberrechts, das künftig zumindest Teile der WIPO-Verträge übernehmen soll.

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