Die kanadische Tonträgerindustrie drängt weiter auf eine Verschärfung des ihrer Ansicht nach antiquierten Urheberrechts im Land. Während die Musikwirtschaft in der vergangen Woche sowohl in Australien als auch in Taiwan juristische Erfolge gegen Internetpiraterie erzielen konnte, habe sich Kanada zu einer sicheren Anlaufstelle für Onlinepiraten entwickelt, weil die geltenden Gesetze nicht zur Bekämpfung von illegalem Filesharing geeignet sind, sagte CRIA-President Graham Henderson.
Zwar hat die kanadische Regierung im Juni einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der eine Verschärfung des Urheberschutzes vorsieht, doch bislang sieht sich die Branche ohne wirkungsvollen Rechtsschutz. Die so genannte Bill C-60 würde das Uploaden von Songs auf gemeinschaftlich genutzte Onlineportale wie eDonkey, KaZaA oder Grokster verbieten, es sei denn, dies geschieht durch den Rechteinhaber. Weiterhin soll das Knacken von Kopierschutzsystemen auf CDs verhindert werden. „Wir laufen Gefahr, den dauerhaften Status einer Zufluchtsstätte für Piraten zu erhalten, wenn das Parlament nicht bald einschreitet“, erklärte Henderson.


