“In meiner Erinnerung hatte das Orchester damals ziemlich schlecht gespielt“, erzählt Jon Lord, der jüngst bei Deep Purple als Keyboarder ausstieg, im Gespräch mit musikwoche.de. Er komponierte das 1969 von der Band aufgenommene „Concerto For Group And Orchestra“. „Ich hatte mit dem alten Mix innerlich abgeschlossen, bis ich dann mit dem neuen 5.1-Sound alles ‚mit neuen Ohren‘ betrachten konnte, wenn ich so sagen darf. Das war eine faszinierende Erfahrung, bei der ich feststellen musste, dass das Orchester in Wirklichkeit bemerkenswert gut gespielt hatte.“ So erschien am 30. September nicht nur eine CD mit dem vom englischen Komponisten Malcolm Arnold dirigierten „Concerto“, sondern auch eine DVD, die den dazugehörigen BBC-TV-Mitschnitt enthält, eine DVD-Audio sowie eine SACD.
„Diese Veröffentlichungen bilden das Highlight in unserer DVD-Kampagne im November und Dezember“, schwärmt Sebastian Niemann, zuständig für das Product Management bei EMI Marketing. Gerade die angestrebte Zielgruppe ab 25 Jahren verfüge über das „nötige Geld für die entsprechende Hardware“, so Niemann, der, ähnlich wie bei der bislang erfolgreichsten DVD-Audio-Veröffentlichung von EMI, „A Night At The Opera“ von Queen, einen Verkaufserfolg erwartet. Entscheidend für die Wiederveröffentlichung in den vier Formaten sei jedoch ein Vertrag zwischen EMI und dem Hardware-Hersteller Pioneer gewesen, so Jon Lord: „Als wir 1999 das ‚Concerto‘ neu aufgenommen haben, hatte EMI daran kein Interesse. Also haben wir die neue Einspielung auf Eagle Rock veröffentlicht, wo sie sich extrem gut verkauft hat – auf CD und auf DVD. Daraus entstand die Überlegung, mit dem Original von 1969 noch einmal etwas zu machen.“
Zudem waren die alten Aufnahmen soundtechnisch noch nie bearbeitet worden: „Die Erstveröffentlichung auf CD wurde damals einfach von schlechten Kopien auf CD übertragen. Vor zwei Jahren rief mich dann die EMI an und sagte, dass sie das alte ‚Concerto‘ nicht nur neu mastern, sondern auch im 5.1.-Klang für eine DVD-Veröffentlichung abmischen wollten. Es war endlich an der Zeit, die alten Aufnahmen aufzupolieren.“



