musikwoche.de: Warum hat es solange gedauert, bis der Backkatalog in adäquater Form vorliegt?
Jody Klein: Seit der 1986er Veröffentlichung der alten CDs waren die Verbesserungen beim digitalen Medium nur gering. Obwohl wir viele Anfragen hatten, unseren Stones-Katalog mit der neuesten und besten Technologie bearbeitet wiederzuveröffentlichen, waren wir der Meinung, dass diese Fortschritte nicht ausreichten, um eine Re-Investition der Verbraucher in ihren Stones-Katalog zu rechtfertigen. Erst mit der SACD haben wir ein Medium, das zum Wohle aller funktioniert.
mw: Was genau sprach für SACD und nicht etwa DVD-Audio?
Klein: SACD war bei der Klangqualität wie auch der Verbraucherfreundlichkeit die logische Entscheidung. Wir haben rund eine Milliarde CD-Player auf dem Markt, aber nur 30 Millionen DVD-Spieler, von denen nur zwei Prozent die Möglichkeit haben, auch DVD-Audios abzuspielen. Unsere zweischichtigen Hybrid-SACDs laufen dagegen auf den gegenwärtigen Geräten und auch auf denen der Zukunft.
mw: Besteht nach der bei Virgin erschienenen „40 Licks“-CD nicht die Gefahr, dass vor allem jüngere Hörer nur diese kaufen?
Klein: ABKCO hat sehr gut mit den Rolling Stones, Universal und Virgin bei diesem Best-Of-Album zusammengearbeitet. Die neuen Aufnahmen der Band und ihr altes Material passen nahtlos zueinander. Und die Fan-Basis der Rolling Stones umspannt mehrere Generationen. Unsere Remastered-Serie ermöglicht es den Fans, die alten Aufnahmen endlich in der Qualität zu hören, in der sie einst gemacht wurden. Dagegen wird das „40 Licks“-Album helfen, eine neue Generation in das Werk der Rolling Stones einzuführen. Und dieses passt dann in seiner Gesamtheit einfach nicht auf zwei CDs.


