Die Differenzen zwischen den beiden Stars und eine ungeklärte Pfefferspray-Attacke am vergangenen Wochenende setzten den unrühmlichen Schlusspunkt unter die Liaison. Der Veranstalter Atlanta Worldwide Touring erklärte die gemeinsame Tournee inzwischen für beendet. Jay-Z und R. Kelly hätten bis zum 28. November eigentlich noch 17 Termine erfüllen sollen. „Die Situation war einfach nicht mehr zu retten“, so Jeff Sharp von AWT.
Beim ersten von zwei Auftritten in New Yorks Madison Square Garden kam es am Freitag zu einem Zwischenfall: R. Kelly verließ nach rund einer Stunde vorzeitig die Bühne, weil er im Publikum Zuschauer mit Pistolen zu sehen glaubte. Nachdem die Sicherheitskräfte bei der Suche im Zuschauerraum nichts fanden, gaben sie wieder grünes Licht für R. Kelly. Als dieser wieder zurück auf die Bühne wollte, sei er nach eigenen Angaben von zwei Mitgliedern aus dem Gefolge von Jay-Z mit Pfefferspray attackiert worden. Kelly brach in der Folge seinen Auftritt völlig ab und ließ sich in einem nahe gelegenen Krankenhaus behandeln.
Für Jay-Z und sein Management brachte dieser Vorfall das Fass zum Überlaufen. In den letzten Wochen mussten bereits drei Konzerte abgesagt werden, weil R. Kelly „indisponiert“ oder mit den technischen Bedingungen vor Ort unzufrieden war. „Wie sollen Sie denn bitte mit jemandem auftreten, der jeden Moment die Bühne verlassen kann?“, begründete Jay-Z seine Entscheidung und bezichtigte seinen Partner der wiederholten Unzuverlässigkeit. Bereits vor einer Woche, bei einem Konzert in St. Louis, beendete R. Kelly seinen Auftritt ebenfalls vorzeitig und zog es vor, den Rest des Abends in einem McDonald’s-Restaurant zu verbringen. Für den zweiten New-York-Termin im MSG holte sich Jay-Z kurzerhand neue Partner: Statt R. Kelly standen am Tag nach dem Vorfall P. Diddy, Mary J. Blige, Mariah Carey, Busta Rhymes, Method Man und Redman auf der Bühne. R. Kelly hingegen bedauerte die Umstände und meinte: „Die Fans haben so etwas nicht verdient.“ Er selbst würde die Tournee gerne fortsetzen und zeigte sich enttäuscht, dass Jay-Z und die Veranstalter sich dagegen entschieden haben. Gleichwohl planen Kellys Anwälte eine Klage gegen die mutmaßlichen Pfeffer-Spray-Attentäter.


