Musik

Japan plant Tantiemenpauschale für Digitalplayer

In Kanada wurde die als „iPod-Steuer“ bekannt gewordene Pauschalabgabe auf Digitalplayer nach längerem Hickhack vom obersten Gericht des Landes gekippt, in Japan steht sie kurz vor der Einführung. Die japanische Branche drängt die Regierung seit etwa einem Jahr zur Umsetzung eines entsprechenden Vorschlags.

In Kanada wurde die als „iPod-Steuer“ bekannt gewordene Pauschalabgabe auf Digitalplayer nach längerem Hickhack vom obersten Gericht des Landes gekippt, in Japan steht sie kurz vor der Einführung. Die japanische Branche drängt die Regierung seit etwa einem Jahr zur Umsetzung eines entsprechenden Vorschlags. Doch die Pläne der Industrie stießen zuletzt auf stärkeren Widerstand als erwartet. Wie die „New York Times“ berichtet, hat sich über die „iPod-Steuer“ eine heftige öffentliche Debatte entwickelt. Den japanischen Verbraucherschützern ist es seit jeher ein Dorn im Auge, dass Industrielobbys in ihrem Land zumeist leichtes Spiel bei der Durchsetzung ihrer Forderungen haben. Nun steckt das Konzept für die Geräteabgabe allerdings schon lange bei den zuständigen Regierungsstellen fest. „Das ist ein typisches Beispiel dafür, wie Branchen versuchen, die Regierung auf Kosten der Verbraucher zu beeinflussen“, beschwert sich Hiroko Mizuhara, Leiter der Consumers Union.

Koichi Namamura von der Urheberrechtsgesellschaft JASRAC sieht das natürlich ganz anders und betont, dass Digitalplayer wie der auch in Japan äußerst erfolgreiche iPod oder die Geräte von Sony an die Stelle von CD-Brennern, MD- oder Tape-Rekordern getreten sind. Auf diese Geräte wird in Japan eine zweiprozentige Pauschalabgabe erhoben. Ein ähnlicher Tarif zwischen zwei und fünf Prozent des Gerätepreises soll künftig bei Festplatten- oder Flash-Playern greifen. Die Erlöse sollen an Plattenfirmen, Urheber und Künstler für verloren gegangene Einnahmen durch privates Kopieren ausgeschüttet werden.

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