Musik

Jahresbericht der SNEP auf der Midem: Franzosen geht es bestens

Nicht überall auf der Welt verlief das Jahr 2001 unbefriedigend. In Frankreich jedenfalls erlebte der Musikmarkt einen Aufschwung wie nie zuvor.

Auf seiner Jahrespressekonferenz am 21. Januar in Cannes hatte der Verband der französischen Phonoindustrie SNEP (Syndicat National de L’Edition Phonographique) Grund zum Feiern. Nach zwei rückläufigen Jahren (1998/1999: minus 2,5 Prozent; 1999/2000: minus ein Prozent) verzeichnete der französische Markt 2001 einen Zuwachs von elf Prozent. Das entspricht einem Gesamtumsatz von mehr als 1,2 Milliarden Euro. „Damit liegt die Musikindustrie in der Rangliste des französischen Kulturbetriebs auf dem zweiten Platz, nach der Buchbranche und noch knapp vor der Filmindustrie“, sagte Gilles Bressand, Präsident der SNEP. Im internationalen Vergleich nimmt der französische Musikmarkt den fünften Rang ein nach den USA, UK, Japan und Deutschland.

Beachtlich fiel 2001 der Anteil des nationalen Produkts aus: 60 Prozent aller verkauften Platten stammten aus französischer Produktion; 1992 betrug ihr Anteil lediglich 40 Prozent. Und die Zeichen stehen weiter auf Grün, wie Hervé Rony, Directeur Général der SNEP, betonte: „Seit 1995 hat sich die Summe der Investitionen in französische Künstler verdoppelt, um 2001 insgesamt 84 Millionen Euro zu erreichen. Die Fördermittel für den Künstlernachwuchs haben sich im gleichen Zeitraum sogar verzehnfacht.“ Kein Wunder, dass sich unter den 20 Longplay-Bestsellern des vergangenen Jahres 18 französischsprachige Produktionen finden – unter anderem von Alizée, Isabelle Boulay, Yannick Noah, Henri Salvador und Saint Germain – und dass auch die drei bestverkauften Singles hausgemachte Frankreich-Erfolge sind: „La Musique“ von Star Academy, „Toutes Les Femmes De Ta Vie“ von L5 und „Seul“ von Garou.

Gilles Bressand erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass jede dritte französische Platte im Ausland verkauft wurde und dass immer mehr französische Künstler außerhalb der Landesgrenzen Millionenseller verbuchen. „Der französische Rap braucht sich vor seinem Vetter aus den USA nicht mehr zu verstecken, und auch die Techno-Bewegung muss keinen Vergleich mit der deutschen oder britischen Szene mehr scheuen.“