Musik

Jahresbericht 2000 der niederländischen Buma-Stemra

Die niederländische Urhebergesellschaft Buma-Stemra erzielte im vergangenen Jahr mit 345,2 Millionen Gulden einen Rekordumsatz. Dennoch mahnt CEO Cees Vervoord eine Lösung im Bereich des Online-Vertriebs an.

Mit ihren fast 13.000 Mitgliedern verzeichnete die Buma-Stemra im Jahr 2000 einen Rekordumsatz von 345,2 Millionen Gulden – umgerechnet rund 306 Millionen Mark. Dies entspricht einem Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Jahr 1999. Die Tantiemen aus Aufführungsrechten stiegen um 3,5 Prozent auf 192,4 Millionen Gulden, Erträge aus der mechanischen Rechteverwertung um 4,1 Prozent auf 152,7 Millionen Gulden.

Cees Vervoord, CEO der Buma-Stemra, erwartet auch für das laufende Jahr ein Rekordergebnis: Ein absehbares Minus von bis zu zehn Prozent bei den mechanischen Rechten sollten die erwarteten Zuwächse von rund fünf Prozent aus den Aufführungsrechten mehr als ausgleichen, da sie den größeren Teil der Einkünfte ausmachen. Vervoord, neben seinen Aufgaben bei der Buma-Stemra auch Präsident der BIEM, verweist allerdings darauf, dass die Verhandlungen zwischen IFPI und BIEM über einen neuen Vertrag zur Höhe der Tantiemen für Tonträger weiter offen seien: „Die Gespräche sind festgefahren. Die Tantiemen werden weiterhin auf Basis der alten Verträge geleistet. Bisher hat sich also nichts geändert.“

Er betont: „Die dringlichste Angelegenheit, mit der sich die Gesellschaften jetzt auseinandersetzen müssen, ist die Kontrolle von Online-Musik.“ Ein großer Erfolg sei die Kooperation zwischen RIAA, IFPI, CISAC und BIEM beim Music Industry Integrated Identifier Project (MI3P). Diese Initiative verfolgt das Ziel, eine Standard-Technologie zur Identifikation von Musik zu schaffen. Um den Online-Vertrieb für die Verbraucher zu vereinfachen und für die Bearbeitung der damit verbundenen Rechte ist dies entscheidend.“

Als weiteres Problem nennt Vervoord die Preispolitik der niederländischen Plattenfirmen: Die EKs für CDs seien deutlich gestiegen. Dabei hätten die Händler bereits die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent zu Jahresbeginn nicht an ihre Kunden weitergeben können. Der Handel müsse also geringere Gewinnspannen in Kauf nehmen. Vervoord erklärt: „Auf lange Sicht sind hohe Preise für alle Beteiligten schädlich. Wenn CDs den Kunden mehr als 50 Gulden kosten, wird der Umstieg auf illegale Alternativen attraktiver.“