Musik

iTunes-Hack lässt Norwegens Branche kalt

Die norwegische Musikindustrie hat offenbar kein Problem mit der Tatsache, dass ein Landsmann wiederholt den iTunes Music Store gehackt hat. Das Programm PyMusique, das Jon Lech Johansen mitentwickelt hat, verstößt nach Ansicht der IFPI Norwegen nicht gegen geltendes Recht.

Die norwegische Musikindustrie hat offenbar kein Problem mit der Tatsache, dass ein Landsmann wiederholt den iTunes Music Store gehackt hat. Das Programm PyMusique, das Jon Lech Johansen mitentwickelt hat, verstößt nach Ansicht der IFPI Norwegen nicht gegen geltendes Recht. Der Zeitung „Aftenposten“ verriet Sæmund Fiskvik von der norwegischen Landesgruppe des Tonträgerverbands, dass man sich selbstverständlich gegen das Knacken von Kopierschutzsystemen stelle, PyMusique diesen Tatbestand jedoch nicht erfülle.

In der Tat verhindert das Programm lediglich, dass die Dateien beim Download auf den Rechner des Käufers mit Apples Digital Rights Management FairPlay versehen werden. Die Files im iTunes Music Store sind bis zum Kauf ungeschützt und werden erst beim eigentlichen Download lokal vom individuellen Client der iTunes-Software mit dem DRM-Mantel „umhüllt“. Bislang ist das Kopierschutzknacken in Norwegen ohnehin nicht strafbar, auch eine bevorstehende Gesetzesnovelle werde PyMusique kaum illegal machen, so Fiskvik.

Er äußerte zudem stellvertretend für die Musikindustrie seine Skepsis gegenüber Apples Strategie, Musik nur innerhalb des geschlossenen iTunes/iPod-Systems zu verkaufen: „Dies geschieht schließlich nicht mit unserem Segen. Es ist vielmehr ein Problem, das Apple lösen muss.“ Johansen und seine Mitstreiter beteuern, PyMusique nur deshalb entwickelt zu haben, damit Nutzer des Linux-Betriebssystems, das von iTunes nicht unterstützt wird, auch im iTunes Store einkaufen können.

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