„2000 erzielten wir bereits einen Umsatz von 15 Millionen Mark“, erklärt Geschäftsführer Ralf Zintel im Gespräch mit musikwoche.de. „In diesem Jahr steuern wir 16,5 bis 17 Millionen Mark an.“ Auf die Krise der Branche reagiert man bei Intergroove nicht mit Lethargie, sondern mit Aufbruchsstimmung. „Ich habe vor ein paar Wochen einen Slogan kreiert, den meine Mitarbeiter wahrscheinlich inzwischen nicht mehr hören können. Er lautet: ‚Jetzt erst recht.““ Deshalb will Intergroove Anfang 2002 ein Joint-Venture-Unternehmen mit Groove Attack gründen. Diese Firma soll als GmbH die Präsenz im Handel stärken. „Wir werden so viele Leute einstellen, dass wir mit unseren Vertretern ganz Deutschland abdecken“, erklärt Zintel. In einem Zwei- oder Vierwochen-Turnus, abhängig von der Größe des Ladens, sollen die Außendienstmitarbeiter dann regelmäßig den Handel besuchen. „Da es zwischen uns und Groove Attack, was das Repertoire betrifft, kaum Überschneidungen gibt, macht so eine Zusammenarbeit durchaus Sinn: Für eine Firma allein wären die Kosten einfach zu hoch.“ Die Marktschwäche der Dance-Compilations trifft auch Intergroove: „Es ist lange nicht mehr so einfach, gewisse Stückzahlen abzusetzen. Es wird trotz der rückläufigen Verkaufserwartungen immer teurer, Compilations im Techno- und House-Bereich zusammenzustellen“, berichtet Ralf Zintel. „Das war vor zwei Jahren noch völlig anders. Damals konnte man noch sehr viele Tracks bekommen, ohne dafür gleich einen riesigen Vorschuss zahlen zu müssen. Wenn man jetzt nicht eine Verkaufserwartung von 15.000 bis 20.000 Einheiten für die Compilation hat, dann amortisiert sich das Ganze nicht mehr. Das ist in der letzten Zeit zu einem gewissen Problem herangewachsen.“ Zu den Schwerpunkten im Herbst und Winter zählt unter anderem die von Sven Väth zusammengestellte Compilation „The Sound Of The Second Season – Noche Y Dia„. Der bereits Ende des vergangenen Jahres veröffentlichte erste Teil ist bei den GDA 2001 in der Sparte „Compilations“ nominiert. „Wir arbeiten mit Sven Väths Label Cocoon sehr eng zusammen, vom Marketing über die Promotion bis hin zum Verkauf.“ Bei Intergroove ist nach wie vor der Vinyl-Sektor das Herzstück der Firma. „Durch unsere internationale Ausrichtung, mit Dependancen in New York, London, Barcelona, Oslo und demnächst auch in den Beneluxländern sind wir überall so strukturiert, dass wir die Vinylauflagen weltweit ohne Probleme verkaufen können. Im Vinyl-Bereich haben wir bei entsprechend starken Produkten keinen Einbruch zu verzeichnen. Der Markt ist in den letzten Monaten nicht kleiner geworden. Das Problem in diesem Bereich ist vielmehr, dass es einfach viel zu viele Platten gibt. Wir haben schon immer einen großen Wert darauf gelegt, dass wir exklusiv Labels an uns binden, um so zu gewährleisten, dass wir unseren langfristigen Partnern einen guten Service bieten. Für das nächste Jahr haben wir einen Vertriebsdeal für Europa mit Derrick Mays legendärem Label Transmat abgeschlossen, der wahrscheinlich ab dem nächsten Monat sogar weltweit gilt. 2002 veröffentlichen wir auch ein neues Album von Yonderboi.“ Von dessen Debüt, „Shallow And Profound„, konnte Intergroove trotz geringer Marketingaufwendungen bis heute 20.000 Stück absetzen: „Das ist ein beachtlicher Erfolg.“
Intergroove will mit Groove Attack Präsenz im Handel stärken
Herzstück bleibt das Geschäft mit Vinyl


