Musik

„Industrie muss wieder Musik denken und fühlen“

Online-Dossier: Die deutsche Musikbranche geht in die Offensive

“Wir bei fritz (ORB – öffentlich-rechtlich) haben mit viel Humor und Interesse das Thema der Woche in der Ausgabe vom 26. August verfolgt. Das Thema wurde auch bei uns intern viel diskutiert: Wie sollen wir uns da verhalten? Andererseits können wir da ganz locker sein, dass eine solche Quote bei uns im Programm eh nicht viel verändern würde, was deutsche Produktionen und Newcomer anbelangt. Witzig ist auch, dass eben die Majorvertreter jetzt die Öffentlich-Rechtlichen am sogenannten Auftrag packen wollen, nachdem gerade diese Herren das Privatradio vor Jahren mit offenen Armen wegen dem Mehr an Wettbewerb und Vielfalt begrüßt haben.

Was mich interessiert: Ist es denn bewiesen, dass der Aufwärtstrend (umsatzbezogen) in Frankreich auch direkt mit der Quote zu tun hat? Wenn ja: Welche Quellen liegen der Analyse vor? Kann man das nachprüfen? Ich/wir/fritz wären sehr dankbar für Feedback. Prinzipiell setzen wir uns redaktionell schon seit geraumer Zeit mit der Misere in der Branche auseinander, haben das Thema Brennen thematisiert, reden mit den Hörern über Wertigkeit von Musik – da kommt uns diese Thematik gerade recht. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Industrie muss lernen, wieder Musik zu denken und zu fühlen. Wer den Medienvertretern, besonders im TV-Bereich, die Acts stapelweise hinterherwirft und dafür noch teures Geld bezahlt, wenn ein Album zwischen einen Honda-Spot und einer Persilwerbung angepriesen wird, der muss sich auch nicht wundern, wenn ihm keiner mehr abkauft, dass Musik etwas Besonderes ist.“

Domez, Fritz-Musik Fritz/ORB