Musik

Indievertrieb setzt auf digitale Preissenkung

Der richtige Preis für Downloads ist in der Branche weiterhin umstritten. Während die Majors weg wollen vom 99-Cents-Einheitstarif, plädieren einige Independentfirmen für eine Preissenkung, um den Markt anzukurbeln.

Der richtige Preis für Downloads ist in der Branche weiterhin umstritten. Während die Majors weg wollen vom 99-Cents-Einheitstarif, plädieren einige Independentfirmen für eine Preissenkung, um den Markt anzukurbeln. Statt Downloads teurer zu machen fordert Greg Scholl von den Mitbewerbern im Digitalgeschäft eher eine Preissenkung. Mit halben Preisen lasse sich weit mehr als doppelt so viel Umsatz machen wie bisher, findet der CEO des Digitalvertriebsdienstleisters The Orchard. Im Rahmen des Digital Music Forums verwies Scholl darauf, dass einige Indielabels mit dem Downloadverkauf über eMusic schon heute fast genauso viel einnehmen wie über die iTunes-Plattform. Dabei verkauft eMusic seine Songs zum Teil für nur 25 Cents und liefert MP3-Dateien ohne DRM aus.

Senior Analyst Larry Gerbrandt von Nielsen Analytics pflichtete Scholl indirekt bei: Er sehe auf absehbare Zeit keine Variabilität bei den VKs im Downloadhandel. Schließlich würden in den USA ja auch im physischen Handel Frontline-VÖs meist für einen relativ einheitlichen Preis angeboten. Dennoch bleibe beim derzeit vorherrschenden Geschäftsmodell der Einzeltrackverkäufe das Problem des „Unbundeling“: Wenn Plattenfirmen ihre Musik nur noch in Songs statt in Alben verkaufen, drohe der Rückfall in Zeiten, in denen die Branche vom Singles-Geschäft leben musste. „Sollte es dazu kommen – und momentan deutet vieles daraufhin – dann wird sich unser Marketing zwangsläufig ändern“, erklärte Ted Cohen, der bei EMI fürs Digitalgeschäft zuständige Senior Vice President. „Für Singles oder EPs kann man einfach nicht mehr so viel Geld in die Hand nehmen.“

Die Branche müsse eben versuchen, neue Produkt-Bundles zusammenzustellen, sagte Leslie Poole vom E-Commerce-Dienstleister Javien. Gerade beim nichtphysischen Verkauf böte sich eine Vielfalt von Kombinationsmöglichkeiten an. So ließen sich z.B. exklusive Pakete bestehend aus Songdownload, Videoclip und Klingelton für Premiumpreise anbieten.

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