musikwoche.de: Mit dem Wandel von Polymedia zur Universal Marketing Group wurde auch die Abteilung Commercial & Consumer Marketing umbenannt in Universal Marketing Services. Was hat sich personell und strukturell außer dem Namen noch geändert?
Stefan Schulz: Wir haben uns im Bereich New Business mit Katja Sauerwein als Head of New Business und André Angkasa als Manager New Business personell verstärkt. Strukturell wurde der Bereich Cross Marketing, Brand Services, Master-Use und Merchandising neu unter dem Dach Conceptional Marketing zusammengefasst. Die Leitung für diesen Bereich hat Jessica Schulte übernommen. Tanja Mackert fungiert als neue Managerin Cross Marketing, Kamran Varasteh ist zuständig für Merchandising und Kathrin Hauer für Master-Use.
mw: Können Sie kurz die Aufgabenbereiche von Universal Marketing Services anhand der einzelnen Abteilungen (New Business, Conceptional Marketing, Direct Marketing, Licensing) erläutern?
Schulz: Unter New Business verstehen wir die permanente Beobachtung des Marktes und das Aufspüren neuer Geschäftsmodelle sowie die Förderung neuer Synergien innerhalb des VivendiUniversal Konzerns, nach innen und außen. Anschließend werden die technischen Voraussetzungen für den Betrieb betreffender Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel Koordination der Schnittstellen und Begleitung des Markteintritts, vollzogen. New Business beschäftigt sich mit Geschäftsfeldern wie M-Commerce und Personal CD.
Conceptional Marketing initiiert und realisiert integrierte Kampagnen für Markenartikler. Ziel ist es im Rahmen einer ganzheitlichen Betreuung die Zielgruppenansprache zu optimieren. – zum Beispiel Musik für Werbespots, Sponsoring, Online-Kooperationen, Merchandising, Bandelprodukte etc.
Direct Marketing betreut große Club- und Mailorder-Unternehmen und konzentriert sich zunehmend auf neu entstehende Club-Strukturen, zum Beispiel Prämien Clubs, Medien-Clubs, Loyalty Programs.
Licensing administriert alle Lizenzvergaben der Universal Music Group an Dritte.
mw: Joachim Kirschstein, Geschäftsführer der Universal Marketing Group hat gesagt, er sehe in Ihrer Abteilung „das größte Wachstumspotenzial für den Konzern“, wenn es gelinge „New Business für alle Companies von Universal zu initiieren und effizient umzusetzen“. Können Sie diese Zielsetzung näher erklären und die grundlegende Strategie zur Erreichung Ihrer Ziele definieren?
Schulz: Die Aussage von Herrn Joachim Kirschstein bezieht sich auf die vielen Bereiche außerhalb des traditionellen Kerngeschäftes der Tonträger-Industrie, die sich mehr oder weniger autorisiert zu beträchtlichen Einnahmequellen entwickelt haben, so etwa M-Commerce: Downloads, Logo, Klingeltöne und E- Commerce: individualisierte und personalisierte Tonträger.
Wenn es uns als Marktführer gelingt, die nach unserer Auffassung unautorisierte und unübersichtliche Marktsituation beispielsweise im Bereich Logos und Klingeltöne in offizielle, den Urheber, Künstler, Marketingpartner und Vertriebspartner integrierende Modelle umzuwandeln, dann wird daraus eines der größten Geschäftsfelder, das die Musikindustrie je betreten hat. Gerade im Hinblick auf GPRS und UMTS bietet sich hier eine optimale Möglichkeit, die schöpferische Leistung unserer Künstler, unter Einbeziehung der äußerst professionellen Marketingleistung der Universal-Music-Repertoiregesellschaften, entgeltlich und kontrolliert an jedem Ort und zu jeder Zeit verfügbar zu machen.
mw: Sie planen einen eigenen Internetauftritt für Ihre Abteilung. Wann soll der starten, welche Inhalte bietet er?
Schulz: Der Internet Auftritt der Marketing Services wird ausschließlich auf den B2B ausgerichtet sein und voraussichtlich diesen Herbst gelaunched. Inhaltlich finden unsere Businesspartner hier die Möglichkeiten sich über Sonderprodukte, integrierte Marketingkonzepte und die Beteiligung an den bereits genannten Businessmodellen zu informieren. Außerdem gibt es jede Menge News zu aktuell laufenden Kampagnen und Produkten und die Möglichkeit, mit uns in Dialog zu treten.
mw: Gibt es andere Pläne, Ihre Angebote offensiver zu vermarkten?
Schulz: Wir beabsichtigen unsere Angebote in bestehende Marketingprozesse intern sowie extern bei Markenartiklern zu integrieren, da die meisten Produkte mit einer klaren Kommunikationsaussage bereits erfolgreich im Markt existieren. Mit der Erweiterung der Wertschöpfungskette und der Verbesserung der Kommunikation bestehender Produkte, von Markenartiklern und Labels, schaffen wir zusätzliche Potentiale und wirken unterstützend auf deren Weiterentwicklung. Der Aufbau eigener Portale oder Marken rund um unser Angebot steht zunächst nicht im Focus.
mw: Ist der Strukturwandel in Ihrer Abteilung abgeschlossen oder sehen Sie noch Bedarf an Veränderungen oder personeller Aufstockung? Wenn ja, in welchen Bereichen?
Schulz: Unser Geschäft unterliegt gerade in der jetzigen Zeit einem permanenten Wandel. Aus diesem Grund überprüfen wir unsere Aufstellung in regelmäßigen Abständen. Sofern die angesprochenen Geschäftsmodelle sich gemäß unseren Erwartungen entwickeln, werden wir angemessen reagieren.
mw: Sehen Sie zusätzliche Chancen im Umzug nach Berlin?
Schulz: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Berlin in seiner Vielschichtigkeit und seinem ständigen Wandel den Gegebenheiten unseres Geschäfts entgegenkommen wird. In Bezug auf die doch sehr internationale Ausrichtung des VivendiUniversal-Konzerns ist die Konzentration auf Paris, London und Berlin sehr sinnvoll.
mw: Werden alle Mitarbeiter von Marketing Services den Umzug mitmachen?
Schulz: Leider kann ich Ihnen zu dieser Frage keine definitive Antwort geben. Ich hoffe dies jedoch.



