musikwoche.de: Können Sie allgemein die Bedeutung des Jazz-Sektors für die Karsten Jahnke Konzertdirektion erläutern? Inwieweit hat sich der Stellenwert über die Jahre verändert?
Karsten Jahnke: Jazz ist einfach „meine“ Musik, insofern werde ich immer auch Jazz-Tourneen veranstalten. Der Stellenwert in Sachen Jazz hat sich nicht wesentlich verändert, er ist natürlich aufgrund meiner JAZZnights-Reihe als international renommierte und hochkarätig besetzte Tourneeserie eher gewachsen.
mw: Können Sie in etwa den Umsatzanteil von Jazzkonzerten am Gesamtumsatz ihrer Firma benennen? Ist dieser Anteil tendenziell eher abnehmend, gleichbleibend oder zunehmend?
Jahnke: Der Anteil ist eher zunehmend – im Verhältnis zum Gesamtumsatz jedoch gering.
mw: Können Sie kurz einige Highlights der künstlerisch und kommerziell erfolgreichsten Jazz-Tourneen oder -konzerte nennen, die die Karsten Jahnke Konzertdirektion bislang veranstaltet hat?
Jahnke: Die Tournee der Pat Metheny Group im Mai diesen Jahres war überaus erfolgreich. Aber auch unsere Tourneen mit Winton Marsalis und dem Lincoln Center Jazz Orchestra, Diana Krall und Cassandra Wilson waren sowohl von der künstlerischen Darbietung als auch vom Besucherzuspruch echte Höhepunkte des Jazz.
mw: Hat Karsten Jahnke längerfristige Verträge mit Jazzkünstlern – oder wird hier wie im Popbereich mittlerweile üblich, von Tour zu Tour neu verhandelt?
Jahnke: Die Tourneen werden von Mal zu Mal neu verhandelt – es gibt jedoch „gentlemen’s-agreements“. Das heißt, ein Künstler wie Pat Metheny wird, wenn wir ihn fragen, mit uns touren und umgekehrt uns bitten, eine Tournee für ihn zu buchen. Dazu bedarf es keiner Verträge. Das sind über die Jahre (im Fall Pat Metheny sogar über die Jahrzehnte) gewachsene Vertrauensverhältnisse, auf die man beiderseitig gern regelmäßig zurückkommt.
mw: Welche Stellung nimmt Karsten Jahnke unter den Veranstaltern im Bereich Jazz in Deutschland ein?
Jahnke: Ich denke, dass ich ohne Übertreibung sagen kann, dass wir in Sachen Jazz – nicht zuletzt durch die JAZZnights – die Pole Position für uns beanspruchen dürfen.
mw: Im Herbst startet die neue Staffel der Konzertreihe JAZZnights. Können Sie kurz erläutern, welche Idee, welches Konzept dahintersteht? Wie erfolgreich waren die bisherigen JAZZnights? Was erwartet den Besucher bei der kommenden Staffel?
Jahnke: Die Grundidee der JAZZnights ist recht einfach erklärt: Den Jazz aus den dunklen, verräucherten Clubs in Deutschlands schönste Hallen bringen, ihn nicht nur den eingefleischten Fans, sondern breiteren Schichten vorstellen. Eine Konzert- beziehungsweise Tourneereihe etablieren, die sich durch kontinuierlich hochklassiges Programm als Markenzeichen und Gütesiegel in Sachen Jazz durchsetzen kann. Ich denke, dass uns das gelungen ist. Begonnen hat die Reihe 1999/2000 mit Tourneen von Cassandra Wilson, Branford Marsalis Quartet/Joshua Redman Group, Diana Krall Group/Dianne Reeves und Herbie Hancock. 2000/2001 ging es weiter mit John Scofield Group/Charlie Haden Quartet West, Brad Mehldau Trio/Bill Frisell Trio, Lincoln Center Jazz Orchestra with Winton Marsalis, Benny Green Trio/Roy Hargrove Quintet und Sonny Rollins Sextet. 2001/2002 haben wir Gonzalo Rubalcaba/Chick Corea, das Diana Krall Quartet, Dianne Reeves & Band/Jacky Terasson Trio, Dee Dee Bridgewater und Terry Callier präsentiert. Die neue Reihe der Jazznights 2002/2003 wird große Namen und Künstler wie Sonny Rollins, das Dave Brubeck Quartet/Bireli Lagréne Gipsy Project, das Brad Mehldau Trio, Terence Blanchard Quintet/Nils Landgren Trio & Strings sowie Gary Burton & Makoto Ozone Duet beinhalten – Konzerte, auf die man sich schon jetzt freuen kann.
mw: Die Jazznights werden gesponsert von der Möbeldesignfirma Rolf Benz. Wie wichtig ist das Engagement von Sponsoren und Investoren gerade im Jazzbereich?
Jahnke: Man muss es ganz klar formulieren: Ohne die Unterstützung von Sponsoren ist eine Tourneereihe wie die JAZZnights nicht finanzierbar.
mw: Wie ist das Publikum bei den JAZZnights zusammengesetzt?. Ist auch jugendliches Publikum noch für Jazzkonzerte zu begeistern?
Jahnke: Die Zusammensetzung des JAZZnights-Publikums ist so erfreulich wie interessant, denn neben älteren Jazz-Aficionados finden sich erstaunlich viele junge Gesichter. Die Hauptaltersgruppe dürfte zum überwiegenden Teil zwischen 30 und 45 Jahren liegen, aber es finden sich, wie gesagt, auch erfreulich viele Mittzwanziger im Publikum.
mw: Hat Karsten Jahnke in diesem Jahr außer den JAZZnights noch weitere wichtige Jazz-Tourneen oder -konzerte auf dem Plan?
Jahnke: In diesem Jahr gab es nur die Tournee der Pat Metheny Group. Die war ein echter Hochgenuss.



