Musik

Im Alleingang ans Ziel

Eine längere Pause der Münchener HipHop-Formation Blumentopf nutzte Roger Manglus aus, um sein erstes Soloalbum einzuspielen. Auf „Alles Roger“ präsentiert er sich als vielseitiger Musiker, Sänger und Rapper.

Es war jetzt einfach ein guter Zeitpunkt, ein Soloalbum herauszubringen“, erklärt Roger Manglus. Seit über zehn Jahren ist er Mitglied der Münchener HipHop-Formation Blumentopf, die mit zwei ihrer fünf Longplayer in den Top Ten landete.

Irgendwann war ihm das Schreiben von Reimen einfach nicht mehr genug, und er versuchte sich mit zunehmendem Erfolg auch als Songwriter und Produzent. Bereits bei „Musikmaschine„, dem letzten Album von Blumentopf, engagierte sich Roger deutlich stärker als zuvor. „Viele meiner Ideen konnte ich auf den Blumentopf-Alben unterbringen, aber es gab auch immer wieder Material, das nicht verwendet wurde.“

Muntere Melange

Und so war es nur konsequent, dass er mit seinem Longplayer „Alles Roger“ in Eigenregie eine Platte aufnahm, die zwar erahnen lässt, woher er musikalisch kommt, die aber viele eigene Ideen enthält. Und auf der er ganz bewusst andere Wege einschlägt, als die vorher mit Blumentopf beschrittenen.

Die Basis des Ganzen ist dabei noch immer HipHop, aber Roger würzt es mit einer gehörigen Portion Funk und Soul – und manchmal auch mit Pop. „An Material hat es mir nicht gemangelt. Ich wollte bei den Aufnahmen sowieso keine andere Meinung gelten lassen, weil meine eigene schon schwierig genug ist.“

Alles bleibt wie’s iss…

Roger hatte das Album bereits komplett fertiggestellt, bevor er sich überhaupt um ein Label bemühte. „Es musste alles so bleiben wie es war. Das war meine Grundvoraussetzung für einen Labelvertrag.“ Dabei war ihm durchaus klar, dass die Aufnahmen, die zum größten Teil bei ihm zu Hause entstanden, nicht dem letzten Stand der Technik entsprechen. „Aber das wollte ich so haben. Ich hatte letztlich sowieso viel zu viel Material zusammengestellt und musste erst einmal entscheiden, welcher Song aufs Album kommt und welcher nicht.“

Und die Qualität von Titeln wie „Schau nach vorn“ oder „Feuer“ spricht auch ohne den perfekten Schliff für sich. Das Kapitel Blumentopf hat Roger Manglus aber trotz seines Soloausflugs noch lange nicht abgeschlossen: „Ich schaue einfach, dass meine Solokarriere der Band nicht im Wege steht. Und das gilt andersrum genauso“