Die wachsende Verbreitung von DVD-Playern und die ebenfalls wachsende Zahl von interessanten Veröffentlichungen der Plattenfirmen im Bereich Musikvideos führte laut dem Halbjahresbericht der IFPI in manchen Regionen zu Steigerungsraten im dreistelligen Prozentbereich: Die höchsten Zuwächse verbuchten die Niederlande. Dort nahm die Zahl der verkauften Musikvideos um 211 Prozent zu, die Umsätze stiegen gar um 286 Prozent. Acht von zehn Musikvideos gingen als DVDs über die Ladentheken. Nach Umsätzen rangieren die Niederlande international auf Rang sechs hinter Deutschland. Hier zu Lande verdoppelte sich die Zahl der verkauften Musikvideos in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nunmehr fast 1,3 Millionen Stück. Auch die Umsätze kletterten um 85 Prozent auf rund 19 Millionen Euro. Der Anteil der DVD wuchs von 67 auf 75 Prozent, drei von vier Musikvideos werden also bereits auf DVD verkauft. Ebenfalls im dreistelligen Prozentbereich steigerten Märkte wie Mexiko, Portugal, Brasilien und Österreich ihre Umsätze mit Musikvideos.
DVD-Audio und SACD legen zu
Allerdings verzeichnen gerade die beiden weltgrößten Märkte in den USA und in Japan ein Minus: Während die Absatzzahlen in Japan um 19 Prozent einbrachen und in den USA um 13 Prozent, blieben die Umsatzrückgänge mit neun Prozent in Japan und mit drei Prozent in den USA im einstelligen Bereich. Die IFPI-Daten für den Bereich Musikvideo umfassen Verkäufe von DVDs und VHS-Kassetten in 23 Nationen. Die Movies der großen Filmstudios fließen demnach nicht mit in die IFPI-Statistik ein. Zwischen den Daten des Dachverbands und seiner nationalen Dependancen kann es zu Unterschieden kommen, da der Dachverband die ihm gemeldeten Zahlen auf die jeweiligen Gesamtmärkte hochrechnet.
Die nationalen Branchenverbände melden dagegen nur die Absatzzahlen ihrer Mitgliedsfirmen. Um der wachsenden Bedeutung des Segments auch in Zukunft gerecht zu werden, plant die IFPI einen weiteren Ausbau ihrer Berichterstattung zum Musikvideomarkt. Unter anderem will die IFPI im Rahmen ihres für April 2003 angekündigten Jahresberichts auch eine Hochrechnung der weltweiten Absatz- und Umsatzzahlen in diesem Bereich veröffentlichen. Seit dem Jahr 2001 beobachtet die IFPI auch die Verkäufe von Audio-DVDs und SACDs: Diese neuen Formate verzeichnen einen deutlichen Aufwärtstrend, obwohl sie erst in wenigen Märkten eingeführt wurden. So gingen im ersten Halbjahr 2002 bereits 700.000 Exemplare beider Formate über die Ladentheken, während im ganzen Jahr 2001 noch 600.000 Stück verkauft wurden. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, kann die Branche bis zum Ende des laufenden Jahres mindestens eine Verdoppelung der Absatzzahlen in diesem Segment einkalkulieren. Nach Angaben der IFPI wuchsen ausgewählte Märkte wie die USA, Japan, Frankreich, Österreich und Australien bei Verkäufen von Audio-DVDs und SACD im ersten Halbjahr 2002 sogar um rund 200 Prozent. In Deutschland lag die Zuwachsrate bei rund 100 Prozent.


