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IFPI verschärft die Gangart in China

Die chinesische Regierung soll illegale Presswerke schließen und Gefängnisstrafen gegen Piraten verhängen, wenn sie ihr Versprechen zur Pirateriebekämpfung erfüllen will. Diese Position vertritt IFPI-Chef John Kennedy derzeit bei seinem Besuch in Peking.

Die chinesische Regierung soll illegale Presswerke schließen und Gefängnisstrafen gegen Piraten verhängen, wenn sie ihr Versprechen zur Pirateriebekämpfung erfüllen will. Diese Position vertritt IFPI-Chef John Kennedy derzeit bei seinem Besuch in Peking. Laut IFPI verfügen nur zehn Prozent der in China hergestellten Tonträger über die nötigen Lizenzen. Zudem stelle nur ein Bruchteil der 86 offiziell registrierten Pressewerke legale Ware her. „Mit 90 Prozent Piraterieanteil können wir nicht zufrieden sein. Egal, wie gut die Absichten sind“, sagte Kennedy.

Sollte China das Problem vernünftig in Angriff nehmen, blieben etwa noch 25 Fabriken über, die rechtmäßig arbeiten. „Aber dazu bedarf es des politischen Willens“, so Kennedy. „Was wir hier bräuchten ist Strafverfolgung und Haftstrafen.“ Zwar versichere die Zentralregierung in Peking immer wieder ihre Kooperationsbereitschaft, doch dies helfe wenig, wenn die lokalen Behörden in den Provinzen des Riesenreiches die Reformen nur zaghaft umsetzen. Zum Beispiel habe es sich als nutzlos erwiesen, die Presswerke von den chinesischen Behörden überprüfen zu lassen, weil viele der Inspektoren mit den Presswerkbetreibern unter einer Decke steckten. Künftig sollen IFPI-Kontrolleure diese Aufgabe gemeinsam mit den chinesischen Inspekteuren übernehmen.

Kennedy fordert daher von China, dass man den Worten endlich Taten folgen lässt. Er selbst wolle nun dreimal pro Jahr dem Reich der Mitte einen Besuch abstatten, um die Ergebnisse in der Pirateriebekämpfung zu begutachten. Die IFPI sei nun an dem Punkt angelangt, wo man „keine Erfolge mit dem Zuckerbrot“ mehr sieht. Nun müsse man „eben die Peitsche auspacken“, findet Kennedy und drohte bereits mit Sanktionen der WTO.

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