Musik

IFPI Schweiz kritisiert Urheberrechtsnovelle

Die Revision des Urheberrechtsgesetzes in der Schweiz ist nach Einschätzung des nationalen Phonoverbands in ihrer aktuellen Fassung für die Musikwirtschaft existenzbedrohend.

Die Revision des Urheberrechtsgesetzes in der Schweiz ist nach Einschätzung des nationalen Phonoverbands in ihrer aktuellen Fassung für die Musikwirtschaft existenzbedrohend. Die IFPI Schweiz kritisiert, dass der Entwurf derzeit die Legalisierung von Downloads aus illegalen Tauschbörsen und von raubkopierten Angeboten beinhaltet. Angesichts der erst kürzlich vorgelegten Einbußen in Höhe von rund drei Prozent für das Jahr 2005 würde dies bedeuten, dass auch weiterhin immer weniger Musik gekauft wird: „Eine Fortsetzung dieses Trends in den nächsten Jahren wird die Musikwirtschaft in der Schweiz drastisch schädigen – mit negativen Folgen für Arbeitsplätze und Konsumenten“, heißt es bei der schweizerischen IFPI.

„Die laufende Aktion Game Over brachte erste Erfolge und verlangsamte den Rückgang an CD-Verkäufen, aber das reicht nicht für einen gesunden Musikmarkt, in dem geistiges Eigentum geschützt wird“, ergänzt IFPI-Geschäftsführer Dr. Peter Vosseler. Die immer wieder vorgebrachte Behauptung, dass Raubkopieren nicht mit den Umsatzrückgängen in Zusammenhang steht, gehe ins Leere.

Auch für die Entwicklung des legalen Onlinegeschäfts in der Schweiz sieht Vosseler angesichts des Gesetzentwurfes schwarz: „Wenn die URG-Revision wie derzeit geplant umgesetzt wird, wird gleichzeitig der Aufbau eines funktionierenden Onlinemarktes sabotiert“, sagt Vosseler. „Es ist Wirtschaftsromantik zu glauben, dass für Musik noch bezahlt wird, wenn das identische Produkt auch gratis zu haben ist.“ Der Downloadumsatz betrug im Jahr 2005 lediglich rund drei Mio. Franken und konnte die Verluste bei den CD-Verkäufen nicht kompensieren, heißt es bei der IFPI.

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