Musik

IFPI Schweiz fürchtet Schaden in Millionenhöhe

Die Onlinepiraterie sorgte nach Schätzungen des schweizerischen Phonoverbands in den letzten drei Jahren allein in der Schweiz für einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 135 Mio. Franken. Nun fordert die IFPI Schweiz einen verbesserten Schutz der Urheber durch den Gesetzgeber.

Die Onlinepiraterie sorgte nach Schätzungen des schweizerischen Phonoverbands in den letzten drei Jahren allein in der Schweiz für einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 135 Mio. Franken – umgerechnet rund 86,5 Mio. Euro. Nun fordert die IFPI Schweiz einen verbesserten Schutz der Urheber durch den Gesetzgeber. Im Rahmen des 58. Festival internazionale del film Locarno hatten Vertreter der Musikwirtschaft zusammen mit den Verbänden Safe – Schweizerische Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie und AudioVisonSchweiz eine aktuelle Pirateriestudie präsentiert. Bei einem Testlauf wurde zuvor die Verbreitung von Produktionen ausgewählter Acts aus heimischer Produktion über das Internet verfolgt. Dabei stellte sich heraus, „dass nahezu 100 Prozent der schweizerischen Musikproduktionen täglich illegal genutzt werden“. Als Beispiel dienten Titel so unterschiedlicher Künstler wie Patrick Nuo, den Lovebugs, Gotthard, DJ Tatana, Patent Ochsner oder DJ BoBo bis hin zum Berner Mundart-Comedian Beat Schlatter.

„Die IFPI Schweiz schätzt den Schaden der letzten drei Jahre, der durch die illegale Nutzung von Musik der Branche in der Schweiz entstanden ist, auf rund 135 Millionen Franken – dieser Schaden nimmt täglich zu“, heißt es aus der Schweiz. Dieses Geld fehle, „um neue Produktionen durchführen, neue Schweizer Künstler und neue Vertriebskanäle im Internet aufbauen zu können“. Der Branchenverband mahnt deshalb an, „dass der Schweizer Gesetzgeber bei der laufenden Urheberrechtsgesetzesrevision erkennt, dass die Schweizer Musikschaffenden im digitalen Zeitalter einen wirkungsvollen Schutz ihrer Leistungen benötigen“.

Gleichzeitig appelliert der Branchenverband an „das Verständnis der Öffentlichkeit für das oft kritisierte Vorgehen gegen Raubkopierer und für die Bekämpfung der offenbar weit verbreiteten Meinung, dass Musik ein Gratisgut für die Allgemeinheit sein müsse“.