Musik

IFPI Schweiz einigt sich mit 800 Piraten

Bei der Verfolgung von Onlinepiraten gerieten binnen fünf Jahren bis zu 1300 Personen ins Visier der IFPI Schweiz. In 800 Fällen kam es zu einem außergerichtlichen Vergleich mit Bußgeldzahlung. Dabei arbeitet die IFPI eng mit den Service-Providern (ISPs) zusammen.

Bei der Verfolgung von Onlinepiraten gerieten binnen fünf Jahren zahlreiche Personen ins Visier der IFPI Schweiz. In den meisten Fällen kam es zu einem außergerichtlichen Vergleich mit Bußgeldzahlung: „Seit 1999 sind wir gegen 1200 bis 1300 Privatpersonen aus allen Alters- und sozialen Schichten vorgegangen“, sagt Beat Högger von der IFPI Schweiz der „Neuen Zürcher Zeitung“. Rund 800 dieser Fälle wurden außergerichtlich in einem Vergleich beigelegt. Mit einer speziellen Software werde der Datenverkehr im Web rund um die Uhr nach auffälligen Bewegungen von MP3-Dateien abgesucht, erläutert Högger. Dieses System registriere allein in der Schweiz täglich 3000 bis 4000 verdächtige Datentransfers und melde neben Titel und Interpret der Songs auch die IP-Adresse des Computers sowie den Namen des Service-Providers, über den der Nutzer ins Internet geht. „Wenn wir sicher sind, dass ein User illegal Musikdateien verschiebt, machen wir ihn auf den Rechtsverstoß aufmerksam und bieten ihm gleich einen Vergleich an“, erklärt Högger das weitere Vorgehen. Dazu setzt sich die IFPI mit dem ISP in Verbindung, der wiederum einen Brief an den Kunden mit der verdächtigen IP-Nummer schickt. Myriam Ziesack, Mediensprecherin des ISP Bluewin, bestätigt gegenüber der „NZZ“, dass die Swisscom-Tochter solche Schreiben der IFPI weiterleitet, macht aber keine Aussagen zur Anzahl. Ebenfalls unbenannt bleibt die Summe, die die IFPI Schweiz bislang per Vergleich erwirkte. Das Geld fließt in einen Fonds zur Bekämpfung der Internetpiraterie.

Mehr zum Thema