Die in der IFPI zusammengeschlossenen Plattenfirmen Europas haben Romano Prodi eine Grußadresse an die russische Regierung mit auf den Weg gegeben. Bei seinem Besuch in Moskau am 22. April soll Prodi als EU-Kommissionspräsident den politisch Verantwortlichen des Landes angesichts der hohen Pirateriequote Druck machen. Russland sei die Hauptquelle für Raubpressungen in Europa und allen angrenzenden Staaten sowie der weltweit zweitgrößte Hersteller unautorisierter CD-Kopien nach China, kritisiert das Brüsseler IFPI-Büro. In Russland selbst entfallen 64 Prozent der gesamten Musikumsätze und gar 75 Prozent aller CD-Verkäufe auf Piraterieprodukte. Vor diesem Hintergrund fordert die IFPI nun Prodi und die nach Moskau reisenden Kommissionsmitglieder auf, in Russland auf die Einhaltung der Urheberrechte zu pochen. Parallel dazu sei die russische Gesetzgebung in diesem Bereich den internationalen Standards anzupassen. IFPI-Präsident Jay Berman betonte, für die Musikbranche sei es eine zwingende Voraussetzung, dass Russland die im TRIPS-Abkommen verankerten Schutzmechanismen für geistiges Eigentum akzeptiere, bevor das Land in den Kreis der WTO-Mitglieder aufgenommen werde. Russland habe bereits im Januar 2003 zugestimmt, seine Urheberrechtsgesetze den europäischen Maßstäben anzupassen, sei 15 Monate später aber immer noch weit von einer Umsetzung dieses Versprechens entfert.
IFPI macht den Russen Druck
Die Plattenfirmen Europas haben EU-Kommissionspräsident Romano Prodi eine Grußadresse an die russische Regierung mit auf den Weg nach Moskau gegeben. Bei seinem Besuch dort soll er den Verantwortlichen angesichts der hohen Pirateriequote Druck machen.



