Das Aus für die französische Globallizenz, die eine Legalisierung von P2P-Systemen per Pauschalvergütung bedeutet hätte, stößt bei der IFPI auf Erleichterung. Doch bei der andauernden Debatte zur Urheberrechtsreform hat der Branchenverband weiter Bedenken. „Das ablehnende Votum der französischen Nationalversammlung zur ‚Globallizenz‘ war die richtige Entscheidung“, erklärte Frances Moore, Regional Director der IFPI für Europa. Eine Einführung der umstrittenen Regelung hätte für die gesamte Branche und die französische Kultur „äußerst abträgliche“ Konsequenzen gehabt, so Moore.
Die Abgeordneten hatten am 9. März mehrheitlich gegen die Globallizenz gestimmt, nachdem die Regierung diese zunächst aus ihrem neuen Gesetzesentwurf gestrichen und dann kurzfristig doch wieder auf die Agenda gesetzt hatte. Diese Art Kulturflatrate hätte von Internet Service Providern eingezogen und über einen Sammelfonds an Urheber ausgeschüttet werden sollen, um eine Vergütung für den Tausch von Inhalten über P2P-Systeme zu gewährleisten. Unklar ist jedoch weiterhin, wie in Frankreich künftig die Rechtslage bei der Privatkopie und beim Einsatz von DRM- und Kopierschutzsystemen sein soll. Darüber wollen die Parlamentarier im Lauf der Woche abstimmen.
In diesem Zusammenhang sei die IFPI „weiterhin über einige Vorschläge besorgt“, sagte Moore. „Wir bitten die Nationalversammlung nachdrücklich, sich an die von der EU-Urheberrechtsdirektive vorgegebene Marschrichtung zu halten.“


