“In der Hoffnung auf die Durchsetzungsfähigkeit guter Musik einerseits und visionäre Programmmacher andererseits habe ich eine verordnete Quote immer abgelehnt. Angesichts des Argumentationsteufelskreises zwischen der großen Musikindustrie und dem Rundfunk, in dem sich beide Seiten aus der Verantwortung für anspruchsvollere Inhalte stehlen, möchte ich gern sehen, ob eine Quotenregelung die Räume bringt, die die tatsächlich vorhandene farbenfrohe und spannende Musiklandschaft braucht. Das bedeutete die Wiederbelebung des mündigen Musikredakteurs wie das Wegfallen des A&R-Allzweck-Arguments, man könne diesen großartigen Act leider nicht signen, weil da der Funk nie mitspielen würde. Es bedeutete als erstes ein Forum und damit verbesserte Chancen für die bestehenden visionäreren, meist unabhängigen Repertoirequellen. Auch das möchte ich gern erleben. Aber erstmal halblang: Ein Quotenwunsch ist lautstark gefordert, die Politik sagt moralische Rückendeckung zu. Das muss wohl noch um einiges konkreter werden.“
„Ich möchte gern sehen, ob eine Quotenregelung die Räume bringt“
Online-Dossier: Die deutsche Musikbranche geht in die Offensive



