Musik

„Ich kann dem nur zustimmem“

Frank Maass, Managing Director Turbo Beat Music GmbH, Berlin

Lieber Thomas M. Stein,

ich kann dem nur zustimmen, was Sie fordern, und auch ich habe in der letzten Zeit im Rahmen meiner Möglichkeiten mehrfach in Foren oder in Gesprächen mit Politikern angemahnt, das ganz schnell etwas passieren muss. Ein Ergebnis war die Podiumsdiskussion am 31. Mai zum „State of Independence“ der Konrad Adenauer Stiftung in Berlin. Dieses Forum fand auf Initiative von Steffen Kampeter, CDU Mitglied des deutschen Bundestages, als Ergebnis eines Gespräches mit mir in Februar dieses Jahres statt. Insofern hoffe ich, dass durch ihren Brief die Diskussion jetzt heftigst auflammt und dann auch von Seiten der Bundesregierung schnellstens Entscheidungen getroffen werden. Ich befürchte nur, dass es für viele Kreative in diesem Land, zu denen ich auch das Turbo-Beat-Team zähle, zu spät sein wird.

Mit jedem Tag geht uns mehr die Luft aus, der Staat, vor allem die Finanzbehörden, tun da noch ein Übriges, und der nationale Markt ist für mittelständische, kreative Produzenten, Labels, Verlage, Veranstalter, Autoren und Künstler faktisch nicht mehr vorhanden. Jedenfalls nicht so, dass man für die eigene Existenz notwendige. Wirtschaftliche Einnahmen generieren kann, ganz zu schweigen von Investitionen, die mittelfristig ausbleiben müssen. Immer mehr Konkurse werden in der Kreativwirtschaft angemeldet, Studios machen dicht, und wie es aussieht, werden in diesem Jahr etwa 30 Prozent der kleinen und mittleren Händler ihre Geschäfte schließen. Das schwächt den Standort Deutschland im globalen Wettbewerb der Musikwirtschaft, sorgt für eine noch stärker zunehmende Monokultur – vor allem durch die finanzielle Übermacht der Medienunternehmen aus den USA und England. Es ist doch nicht zufällig, dass zwei US-Mediengiganten um die Übernahme des Fernsehsenders Viva kämpfen, und kein nationales Medienunternehmen im Übernahmewettbewerb auftaucht.

Deutschland ist nach wie vor ein starker Markt, das zeigt das Engagement der ausländischen Medienmultis, nur die Rahmenbedingungen für nationale, mittelständische Unternehmen stimmen schon lange nicht mehr in Deutschland. Da schließe ich den TV-, Radio-, Print- und Musikmarkt komplett ein.

Mit besten Grüssen aus Berlin