Musik

„Hotel Paper“ von Michelle Branch

Spätestens seit dem Duett mit Santana, „Game Of Love“, ist Michelle Branch allen Musikfans ein Begriff. Mit „Hotel Paper“ soll ihr jetzt endgültig der Durchbruch gelingen: In den USA landete das Album gleich in der ersten Woche auf Platz zwei.

Als am Abend des 23. Februar 2003 im New Yorker Madison Square Garden die Grammy-Gewinner in der Kategorie „Best Pop Collaboration With Vocals“ aufgerufen wurden, breitete sich einen Moment lang gähnende Leere auf der Bühne aus – von den Gewinnern, Carlos Santana und Michelle Branch, keine Spur. Der Altmeister des Latin Rock war wegen der angespannten Sicherheitslage zu Hause geblieben. Und Michelle Branch kurvte um den weiträumig abgesperrten Madison Square Garden. „Der Fahrer hatte die Spur verfehlt, in die wir uns hätten einfädeln sollen. Deshalb mussten wir noch einmal um das ganze Viertel herum. Also kam ich 45 Minuten zu spät“, erinnert sich die Sängerin. „Aber so musste ich auch keine Dankesrede halten“, fügt sie verschmitzt hinzu.

Die Rede wäre vermutlich recht lang geworden, denn in der rasanten Karriere der 20-Jährigen gibt es einige, denen sie sehr dankbar ist: zu allererst ihre Mutter in Sedona, Arizona, die Michelle die erste Gitarre kaufte. Dann ihr Manager Jeff Rabhan, der die damals 16-Jährige entdeckte und ihr einen Vertrag bei Madonnas Label Maverick verschaffte. Dankbar ist sie auch Produzent John Shanks, der das Debütalbum „The Spirit Room“ betreute. Mit der ersten Single, „Everywhere„, begann der Siegeszug der zierlichen und lebhaften Sängerin, die alle Songs selbst schreibt.

Während sich das Debüt in den USA und Fernost über 2,5 Millionen Mal verkaufte, hielt sich der Erfolg in Europa noch in Grenzen. Aber seit der Duett-Single „The Game Of Love“ mit Santana ist Michelle Branch allseits bekannt. Deshalb stehen die Chancen gut, dass sich die 20-Jährige mit ihrem zweiten Album, „Hotel Paper„, auch in Deutschland weit oben platzieren kann. In den melodiösen und clever arrangierten Rock- und Popsongs zeigt die 20-Jährige nicht nur gewachsenes Selbstbewusstsein, sondern auch eine erstaunliche künstlerische Reife, zum Beispiel mit der infektiösen Single „Are You Happy Now?„.