Von seiner ersten Solosingle „Türlich, Türlich (sicher, Dicker“) verkaufte das Mitglied der Hamburger HipHop-Band Fünf Sterne Deluxe vor vier Jahren stattliche 220.000 Exemplare und lieferte den perfekten Soundtrack für alle sommerlichen Strandpartys. Ganz so ausgelassen wie beim damaligen Hit geht es zwar auf „Best Of III – Alleine“ nicht zu, doch Das Bo hält nach wie vor nicht viel davon, sich zu sehr mit Alltagsproblemen herumzuschlagen. Bereits am Beginn seiner Karriere, als er noch als Der Tobi und Das Bo unterwegs war, überzeugte er mit einem sehr speziellen Humor. Und den hat er sich bis heute bewahrt, wie die 16 Tracks nachdrücklich zeigen. Warum es mit seinem Soloalbum so lange gedauert hat, kann er sich auch nicht richtig erklären. „Die Entscheidung, ein Soloalbum in Angriff zu nehmen, fiel erst 2001. Ich hatte zwar seit 1998 immer wieder angekündigt, dass ich mich auf Solopfade begeben werde, aber das war zum damaligen Zeitpunkt nicht ganz ernst gemeint. Für mich ist das schlicht und einfach eine der längsten Promo-Aktionen, die Deutschland je gesehen hat.“
Mit einem zutiefst hanseatischen Humor ist denn auch sein Werk gesegnet. Schwer vorstellbar, dass ein anderer deutscher Rapper Stücke wie „Kommt gut an“ oder „Ich hab‘ Rap für dich“ auf die Reihe kriegt. „Ende 2001 habe ich das erste Lied eingespielt. Es verging dann zwar noch einige Zeit, bis ich mit Boris Ekambi und Sven „Wah Wah“ Waje alias Schall und Rauch das richtige Produzententeam gefunden hatte, das sieben der 16 Tracks betreut hat, aber von da an ging es zügig voran“, erklärt der Rapper. Mitgeholfen haben zudem noch Joni Rewind alias DJ Dynamite, Tim Waje sowie seine Kumpels von Fünf Sterne Deluxe. „Ich fühle mich im Augenblick richtig ausgefüllt. Die Arbeit an meinem Soloalbum und an neuen Stücken mit Fünf Sterne Deluxe hat mich auf Trab gehalten“, meint Das Bo.
Übereilt hat er bei der Produktion seines ersten Soloalbums trotzdem nichts. Gute Songs müssen reifen. Das Bo hat auch kein Problem damit, an seinen Stücken herumzuexperimentieren und sie nicht als endgültig zu betrachten. Wenn ihm ein Text nach einer Weile nicht mehr zusagt, streicht er ihn ersatzlos, wie er erzählt. „Ich trete auf der Platte als Executive Producer in Erscheinung, der dafür sorgt, dass alle so arbeiten, wie ich mir das vorstelle.“ Als Gäste hat sich Das Bo – neben Marcnesium von Fünf Sterne Deluxe – J-Ro von der US-HipHop-Formation Tha Alkaholiks und Sänger Robert Smith (The Cure) eingeladen.
„Es hat eine Weile gedauert, bis ich wusste, in welche Richtung ich mich auf meinem Soloalbum bewegen wollte. Mir war nicht von vornherein klar, wie,Best Of III – Alleine‘ klingen sollte. Das war ein langer Findungsprozess mit vielen überraschenden Wendungen. Mir ging es nicht darum, irgendjemanden zu kopieren. Wichtig war von Anfang an, dass ich meine Gefühle und Erfahrungen so in Musik umsetzen konnte, dass am Ende das Album zu 100 Prozent nach mir klingt. Und genau das ist Das Bo auf „Best Of III – Alleine“ auch bestens gelungen. In der deutschen HipHop-Szene gibt es jedenfalls nicht viele Originale wie ihn. Das lässt sich gleichermaßen an der Musik wie an den Texten festmachen, denen trotz aller bewussten Kurzweiligkeit eine gewisse Tiefe nicht abzusprechen ist.



