Der Skandal, an den sich wohl alle am besten erinnern können, ist der Fall Michael Jackson. In einen Prozess mit beispielloser medialer Anteilnahme wurde der King of Pop wegen Kindesmissbrauchs angeklagt; In der Gerichtsverhandlung, die monatelang für immer neue Aufmacher sorgte, kamen allerlei Peinlichkeiten ans Licht.
Doch schließlich konnte Jackson aufatmen. Das Gericht erklärte ihn für unschuldig. Für Jackson hat sich auf jeden Fall viel verändert: Er hat seinem Zuhause, der Neverland-Ranch den Rücken gekehrt und sucht nun nach einem neuen Plätzchen. Berlin oder die Arabischen Emirate soll er dabei schon ins Auge gefasst haben.
Pausen und Abschiede
Schicksalverändernd war das Jahr aber auch für Kylie Minogue. Nach ihrer erschreckenden Brustkrebsdiagnose musste die quirlige Australierin eine Pause einlegen und sich Zeit für ihre Genesung nehmen. Mittlerweile hat sie aber das Gröbste überstanden und will Ende 2006 ihre Tour starten, die sie dieses Jahr krankheitsbedingt ausfallen lassen musste. Und weil ihre Fans ihr so die Treue hielten, gibt es exklusiv zu Weihnachten „Santa Baby“ und weitere Songs von Kylie auf ihrer Website www.kylie.com zum Downloaden.
Im vergangenen Jahr gab es aber auch Musiker und Bands, die sich ganz freiwillig eine Auszeit genommen oder ihre Karriere beendet haben. Die Girlieband „Destiny’s Child“ hat ihr Schicksal erfüllt und verabschiedete sich 2005 mit dem Album „Destiny Fulfilled„. Die drei Mädels Beyoncé Knowles, Kelly Rowland und Michelle Williams wird es aber sicher 2006 solo zu sehen geben.
Nach dreijähriger „Farewell-Tour“ hat sich nun auch Cher endgültig von der Bühne verabschiedet. 40 Jahre Musikkarriere sind genug, meint die 58-Jährige und schließt ein Comeback aus. Die Pop-Diva, die immer gut für einen Skandal war, möchte sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen und einen ruhigen Ruhestand genießen. Na, wir sind gespannt.
Die einen gehen, die anderen kommen zurück. Ricky Martin beweist nach fünf Jahren mit neuer CD „Life“ und neuem Stil, dass er noch quicklebendig ist. INXS melden sich nach acht Jahren mit neuem Sänger zurück und haben dabei nichts von ihrem Können eingebüßt. Rockabilly-Star Dick Brave unterzieht sich 2005 erneut einer Verwandlung und will als sein Alter Ego Sasha wieder die Charts stürmen.
Wieder zurück
Ein überraschendes Comeback liefert jedoch eine Mädchenband, die in den 90er-Jahren große Erfolge feierte – und schließlich nach gewaltigem Zickenkrieg völlig zerstritten eigene Wege ging: Die Rede ist von Tic Tac Toe. Das Trio Riky, Lee und Jazzy ist reifer geworden. Sie wollen vergessen, was passiert ist und schauen nur noch in die Zukunft.
Sieger der Comebacks ist aber Take That. Vor neun Jahren hat sich die Boygroup getrennt und tausende – vorwiegend weibliche – Teenager in Verzweiflung gestürzt. Jetzt sind Gary, Howard, Jason und Mark zurück; zehn Jahre älter und vielleicht ein bisschen weiser. Robbie Williams ließ sich jedoch nicht zu dem Comeback überreden.
Im Gegensatz zum Rest der Formation hat er längst allein den Sprung zum Superstar geschafft. Die Band will nächstes Jahr auf Englandtour gehen und schließt einen Gastauftritt von Robbie dabei nicht aus. Ob es auch eine Tour durch ganz Europa geben wird, ist noch nicht bekannt.
Zu alten Bands, die sich neu entdecken, gibt es aber auch die Newcomer: Eine hat sich dabei ganz nach oben gehievt – und 2005 alles was ging abgeräumt. Die Teeny-Band Tokio Hotel. Bei der Verleihung der Cometen sahnten Bill, Tom, Gustav und Georg gleich zwei Awards und den Publikumspreis ab. Um Fans braucht sich die Band schon lange keine Sorgen mehr zu machen, überall wo sie hinkommen, lösen die vier Teens sofort hysterisches Fangeschrei aus.
Hits und Ohrwürmer
Der große Sieger 2005 war aber ein kleines grünes Krokodil. Schnappi! Die neunjährige Joy verwies mit ihrem Lied über das knuddelige Reptil sogar Robbie Williams und 50 Cent auf die Plätze. Es gibt wohl kaum jemanden, der den Refrain nicht noch immer im Kopf hat. (Sie wissen schon: „Schni, Schna, Schnappi …“)
In den Longplaycharts sah es da gleich ganz anders aus. Der deutsche Pop mit den Söhnen Mannheims und Wir sind Helden gab den Ton an. Und Robbie Williams war gleich zweimal in den Top Ten vertreten: Mit seinen Alben „Greatest Hits“ und „Intensive Care„.
Gewinner und Verliebte
Und dann natürlich die Grammies: Die Abräumer der wichtigsten Awards der Musikbranche waren U2 und Ray Charles. Die Band um Bono räumte drei der begehrten Trophäen ab und Ray, der im Sommer dieses Jahres verstarb, durfte ebenfalls drei Awards für seine Alben mit nach Hause nehmen. Über jeweils zwei Auszeichnungen freuten sich John Mayer, Norah Jones, R&B Sängerin Alicia Keys und Rapper Kanye West.
Und schließlich war 2005 auch Zeit für Romantik. Die Traumhochzeit von Seal und Heidi Klum bildete dabei wohl den Höhepunkt. Im September wurden die beiden dann stolze Eltern eines Sohns.
Auch Sarah Connor und Marc Terenzi, ließen mit „Sarah und Mark in Love“ das breite Fernsehpublikum an ihrem Liebesleben teilhaben und gaben sich vor der Fernsehkamera das Jawort.
Ein ereignisreiches Jahr also, das vergangene 2005. Dann lasst uns gespannt sein, was uns 2006 im Musikbusiness erwartet.


