Vor 44 Jahren startete Harmonia Mundi in Frankreich als reines Klassiklabel. Seit 1983 exisitiert die deutsche Tochter in Eppelheim, die sich als Vertrieb Helikon nannte, auf diesen Namen aber in Zukunft verzichten möchte. In den vergangenen Jahren erweiterte die Firma ihr Repertoire um Chanson, Jazz, Folklore und World Music. So kam mit Gruppen wie Los Hombres Calientes des US-Labels Basin Street im vergangenen Jahr Swingmusik aus New Orleans hinzu.
Zur neuen Ausrichtung auf World Music und Jazz tragen auch zwei erfolgreich etablierte Eigenlabels bei. Auf Le Chant Du Monde wurde neben dem algerischen Trommler Guem auch Gianmaria Testas „Il Valzer Di Un Giorno“ veröffentlicht. Das jüngste Album des italienischen Liedermachers war der Verkaufsschlager des vergangenen Jahres. Allein in Deutschland gingen davon rund 30.000 Exemplare über die Ladentheke.
Michael Blümke, PR-Manager für Deutschland und Österreich, sieht angesichts solcher Zahlen weiteres Potenzial für Weltmusik: „Der Marktanteil dieses Genres lässt sich zwar nicht eindeutig bestimmen, aber während die Jazzsendungen immer mehr zurück gefahren werden, ist das Interesse für Weltmusik bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gewachsen.“
2001 gründete Harmonia Mundi mit World Village ein weiteres Label, auf dem bislang das Massilia Sound System aus Südfrankreich, die kolumbianische Traditionalistin Toto La Momposina und der senegalesische Sänger El Hadji N“Diaye erschienen sind. Aktueller Repertoireschwerpunkt bei Harmonia Mundi ist die zehnteilige Edition des esoterischen Weltenwanderers Georges Gurdjieff und seines Schülers Thomas De Hartmann.
Eingespielt vom französischen Pianisten Alain Kremski ist diese ästhetisch ansprechende Reihe auf dem Pariser Label Naïve erschienen. Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählt weiterhin die mongolische Gruppe Egschiglen. Ihre CD „Zazal“ (Heaven & Earth) präsentiert Obertongesang in Begleitung traditioneller Instrumente wie Pferdekopfgeige und Schwanenhalslaute.



