Musik

Hans R. Beierlein – Vita

Hier lesen Sie die ausführliche Vita von Hans R. Beierlein.

Geboren am 19.April 1929 in Nürnberg.

Beierlein begann seine Laufbahn gemäß seinem, wie er sagt, „unverrückbaren Berufswunsch Journalist“ 1948 in der Nürnberger Redaktion der Münchner „Abendzeitung“, der damals einzigen täglich erscheinenden Zeitung in der US-Besatzungszone. Anschließend arbeitete er als freier Journalist mit den Schwerpunktthemen Theater und Film. 1953 übernahm er die Münchner Redaktion der Fachzeitschrift „Film-Echo“, die seinerzeit das Zentralorgan des deutschen Filmtheaterverbandes war, nebenbei schrieb er allerdings noch für die Magazine „stern“, „Revue“, „Deutsche Illustrierte“ und den „Spiegel“, sowie eine tägliche Kolumne in der „Abendzeitung“: „Aus dem Filmtagebuch von Hans R. Beierlein“.

1958 wurde er mit der Koordinierung aller Film- und Fernsehangelegenheiten der „Deutschen Grammophongesellschaft“, dem Marktführer auf dem Schallplatten-Markt, betraut. Eng kooperierte Beierlein in dieser Zeit mit der Firma CCC-Film des Produzenten Arthur Brauner und der „Film-Presse-Agentur“ von Josef von Ferenczy.

1959 gründete er schließlich den Musikverlag „Edition Montana“, der mit drei Millionen-Sellern in Folge startete: „Banjo-Boy“ (Interpreten: Jan & Kjeld), „Gitarren klingen leise durch die Nacht“ (Jimmy Makulis) und „Mustafa“ (Leo Leandros).

Der abendfüllende Dokumentarfilm „Wieder aufgerollt: Der Nürnberger Prozeß“, an dessen Produktion Beierlein beteiligt war, erhielt von der Filmbewertungsstelle der Lände das Prädikat „Besonders wertvoll“ und wurde mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. 1960 wirkte Beierlein an der Gründung der Fachzeitschrift „Musikmarkt“ mit.

1963 folgte die Übernahme des Managements von Udo Jürgens und des bereits erfolgreichen Sängers Heino.

1964 gelang Udo Jürgens mit „Merci Cheri“ für Österreich der erste Sieg eines deutschsprachigen Sängers und deutschsprachigen Liedes beim „Grand Prix Eurovision de la Chanson“. Im gleichen Jahr begann Beierlein den Aufbau der Montana France mit intensivem Einsatz für französisches Liedgut und französische Interpreten in Deutschland. Dabei gelang die Übernahme des Repertoires von Jacques Brel für die deutschsprachigen Länder. Als Anerkennung für diese Bemühungen wurde der agile Musikmanager mit der „Rose d“Or“ für Verdienste um die Förderung des französischen Chansons ausgezeichnet.

1965 übernahm der Beierlein das Management der Sängerin Alexandra und überzeugte die junge Künstlerin, ihre eigenen Titel zu schreiben. Das von ihr getextete und von Udo Jürgens vertonte Lied „Illusionen“ wurde unter dem Titel „If I Never Sing Another Song“ mit Sammy Davis jr. und Shirley Bassey ein großer internationaler Erfolg.

1966 überraschte Beierlein die Branche mit der Idee zu den bis dato unbekannten Benefiz-Tonträgern, etwa für die „Deutsche Krebshilfe“ oder auch „Unicef“.

1967 war er an der Gründung des ersten Rock-Labels in Deutschland, „Star-Club“, in Zusammenarbeit mit dem legendären Hamburger „Star-Club“ (Manfred Weißleder) beteiligt. Produzent der Tonträger war Siegfried E. Loch.

1968 engagierte sich Beierlein massiv für die deutsche Liedermacher- und internationale Chanson-Szene mit Interpreten wie Reinhard Mey, Michael Heltau, oder André Heller. Schwerpunkt seiner Aktivitäten: die ZDF-Serie „Liederzirkus“.

Schlagzeilen machte 1970 Beierleins spektakulärer Erwerb der Rechte an dem Lied der internationalen Arbeiterbewegung „Internationale“. Die fünfmal in Folge mit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnete Serie „Freche Chansons aus dem alten Frankreich“ mit Helen Vita erwies sich gleichzeitig als Anlaß zu permanenter Beschäftigung für Staatsanwälte und Gerichte. In die gleiche Zeit fiel andererseits die Kreation von Kinder-Hitparaden auf der Basis von TV-Sendungen bei ZDF und ARD (später auch bei SAT.1).

Die 1969/70 von Montana organisierte Tournee mit Udo Jürgens „Udo 70“ wurde mit 222 Konzerten in Folge und 500 000 Zuschauern erfolgreichste Tournee in Deutschland aller Zeiten. Doch 1977 trennten sich Hans Beierlein und Udo Jürgens im Unfrieden. Sieben von dem Sänger angestrengte Prozesse in Deutschland und zwei in Österreich beschäftigten insgesamt drei Jahre lang die Gerichte. Alle Prozesse wurden von Beierlein bzw. der Montana gewonnen.

1978 erwiesen sich die von der Montana realisierten „Formel Eins“-Tonträger (EMI, Polymedia) auf der Basis der gleichnamigen ARD-Sendung als Dauerbrenner.

Seit 1980 bemüht sich Hans R. Beierlein intensiv darum, die Volksmusik für die Medien zu öffnen. Dazu gehörte die Entwicklung zahlreicher Fernsehformate volksmusikalischen Inhalts, darunter der „Grand Prix der Volksmusik“ und die „Krone der Volksmusik“.

1985 kümmerte sich der vielseitige Medienexperte um die Entwicklung der Fernsehserien ‚“Essen wie Gott in Deutschland“(ZDF), „Besser essen in Deutschland“ (ARD) und „Bocuse kocht deutsch“ (ZDF). Dank hoher Quoten gelang ihm die Etablierung des Themas „Essen und Trinken“ als Mittel der Fernseh-Unterhaltung. Die daraus entstandenen Kochbücher (Zabert & Sandmann) erwiesen sich als Bestseller. 1987 erwarb Beierlein die TV-Rechte an den Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und den Pokal-Endspielen des DFB. Das Resultat war die spektakuläre Öffnung des Fernsehmarktes für Sportübertragungen und die Beendigung des Fußball-Monopols von ARD und ZDF.

1988 kam aus der Montana-Keativschmiede mit „Patrona Bavariae“ der erfolgreichste Volksmusiktitel seit Kriegsende. Er löste einen mehrjährigen Volksmusik-Boom aus. Gleichzeitig feierte Beierlein publizistische Erfolge mit den Pressediensten „Musik-Telegramm“ und „medien-telegramm“. In diesem Jahr wurde Hans R. Beierlein mit dem „Goldenen Hermes“ als „Medien-Mann des Jahres“ ausgezeichnet Platz 2: Silvio Berlusconi).

1990 entdeckte der Branchenveteran die 10-jährige Schülerin Stefanie Hertel und startete ihren Aufbau zum erfolgreichsten gesamtdeutschen Volksmusik-Star.

1997 machte Beierlein von sich reden, indem er die erfolgreichste deutsche Volksmusik-Fernsehsendung, „Krone der Volksmusik“, aus der Taufe hob und dauerhaft etablierte.

1999 ehrte ihn schließlich auch die Deutsche Phono-Akademie als „Media-Mann des Jahres“. In all den Jahren nahm Hans R. Beierlein auch durch intensive Beratung von Verlegern, Chefredakteuren und Redaktionen und die Entwicklung zahlreicher Fernseh-Formate im Unterhaltungsbereich Einfluss auf das Branchengeschehen.